Bodensee-Urlaub
mit dem
16er Jollenkreuzer „all you need"

 

 

Für diesen Sommer wollten wir mal als Alternative zum Schäfersee/Lingenfeld (Heimatrevier des www.sclf.de) und zu unseren Törns auf Dickschiffen den Bodensee ein wenig besegeln.

Das nötige Patent haben wir (Gudrun und Raimond) ansonsten gäbe es ja gegen Euro´s das sogenannte 4Wochen-Ferienpatent. Lediglich die „all you need" benötigte noch eine Bodenseezulassung. Das musste zumindest im Vorfeld schon in Angriff genommen werden um passend am Start unseres Urlaubs einen geeigneten Vorführ/Abnahme-Termin zu erhalten.

 

Da unsere Clubkollegen alle Weltmeere und viele Binnenrevier mit eigenen oder gecharterten Booten unsicher machen – aber niemand den Bodensee – mussten und wollten wir uns diesen nun selbst erschließen und in Form eines kurzen Berichts und einiger Fotos auch den anderen Fahrtenseglern schmackhaft machen.

 

Montag: 13.7.2009 (Gohren – Friedrichshafen)

Nach kurzer Anfahrt mit Auto und Trailer (3,5h) haben wir bei Meichle und Mohr in Gohren die "all you need" für 30 Euro (preiswert) ins Wasser heben lassen. Mast, gestellt und im Ultramarineshop noch ein LED-Rundum-Licht erworben welches bei nur 1,5 Watt 20.000h halten soll und 2sm trägt und sogar alle Zulassungen besitzt. Dann geht es mit dem neuen Motor nach Friedrichshafen in den Clubhafen des WYC. Dort wurden wir (Gudrun und Raimond) erwartet - die Bodenseebootszulassung, genauer die Begutachtung der „all you need" stand an. Ohne Probleme – unser 16er Holzklasse hat nun die Zulassung, die für 3 Jahre gilt. Der Aufwand eigentlich ein geringer und alle Ämter und deren Mitarbeiter freundlich und konstruktiv.

Am Montag ja noch tolles Wetter für Dienstag leider Schauer und Gewitter angesagt. Mal sehen. Wir werden die Stadt Friedrichshafen eben auch noch bei Tage besuchen.

 

Übrigens der Seglerhafen ist empfehlenswert. Man findet immer noch ein Plätzchen und der Hafenmeister und seine Crew sind freundlich, die Preise moderat und die Anlage nahe dem Schloss in bestem Zustand. Übrigens auch kostenloses Slippen wäre möglich, aber bei günstigen Kranpreisen nicht unbedingt ein Thema. Für das Einwassern in Gohren sprach die Parkplatzversorgung. Schließlich muss ja ein Auto und der Trailer untergebracht werden. So weit so gut. Ich hoffe in den nächsten Tagen von besserem Wetter und von ausgiebigem Segeln berichten zu können.

 

Dienstag: 14.7. (Friedrichshafen - Konstanz)

Das Wetter wurde immer besser. Nach dem letzten kräftigem Schauer bei aufklarendem Himmel liefen wir aus. Kurs Konstanz. Es blieb trocken. Nach anfänglich leichten aber passenden und nutzbaren Winden, zog dann selbst der Spi nicht mehr. Mitten auf dem See also erst mal Vesper. Viele Segler nutzen die grossen Wasserflächen oft zum „Liegen" als Alternative zum Ankern. Bei teils 254m Wassertiefe (tiefste Stelle) ist Ankern ja eher kein Thema.

 

Später geht es dann unter Motor weiter nach Konstanz. Wir hielten nicht auf den Stadthafen (DB) zu, sondern liefen zwischen den 2-Meter Tafeln Nummer 4 und 5 in den Hafen des KYC ein (N47°39,97 E9°11,45). Freundliche Aufnahme auch hier. Die anwesenden Segler bemühten sich um den passenden Platz. Der Club liegt idyllisch im Norden der Konstanzer Bucht. Der Uferweg leicht belebt und gleich nach dem Hafen schliesst sich östlich ein naturbelassener Uferstreifen an, der mit kleinen Büschen bewachsen ein gern besuchter Badestrand ist. Das Clubhaus liegt gleich auf der anderen Seite des Uferwegs. Eine herrliche Villa (Prym), erkennbar an der bunt bemalten Fassade (Jagdmotive?!). Die Einrichtung beherbergt neben den Duschen und Toiletten ein empfehlenswertes Restaurant, welches nur den Clubmitgliedern und Gästen zur Verfügung steht. Für 10 Euro erhält man den Liegeplatz inkl. Duschen für 2 Personen. Beim Einklarien gibt es den Schlüssel und man kann gleich die Bestellung für die Frühstücksbrötchen aufgeben. Aus Konzessionsgründen gilt Selbstbedienung. Selbst den Tisch und die Stühle stellt man sich selbst auf die Terrasse die einen tollen Blick auf Park, Ufer, Hafen und Bucht und die teils noch schneebedeckte Berge bietet. Das findet man so wohl sonst nicht so schnell. Vielleicht werden wir den Mittwoch hier verbringen. Zumindest für den Morgen ist Regen angesagt. Unser nächstes Ziel - der Untersee - dazu müssen wir den Mast legen.

 

Mittwoch: 15.7. (Landgang in Konstanz)

Am Mittwoch hatten wir Konstanz zu Fuss erkundigt. Die so genannte Seestrasse entlang bis über die Brücke ins Zentrum. Eine quirlige Altstadt erwartet uns. Es gäbe viel zu erwähnen - zu viel für einen Kurzbericht. Deshalb nur einen Tipp aus der Welt der Gastronomie - das Latina in der Nähe des Theaters produziert eine erinnernswerte Gazpacho (bzw. cazpacho).

 

 

Donnerstag: 16.7. (Konstanz – Ermatingen – Reichennau/Herrenbruck)

Am Donnerstag legten wir den Mast und unterquerten die drei Brücken von Konstanz. Direkt nach der 3.Brücke gibt es einen öffentlichen Takelmast. Dieser ist außerhalb der Strömung und sehr windgeschützt. Den Mast anzufahren ist zu empfehlen, auch wenn man keinen solchen Kran benötigt, da alle anderen Anlegestellen wegen der Strömung etwas schwieriger anzufahren sind. Mal hat man Strömung mal Gegenströmung. Nachdem der Mast wieder steht, geht es weiter die markierten "Seestrassen" entlang in Richtung Untersee. Kurz nach Stad (Ermating) endet dann die Fahrwassermarkierung und der See öffnet sich. Wir ankerten zum baden, essen, lesen und dösen in der Ermatinger Bucht. Die Landschaft ist am Untersee ganz anders als am Obersee. Vielleicht könnte man sie ein wenig mit der Müritz vergleichen. Alles ist optimal - das Wetter, die Wassertemperaturen, das Boot - nur der Wind schwächelt doch sehr. Also geht es unter Motor weiter rund um die Reichennau nach

 

 

Herrenbruck. Bevor wir dort den Abend beschliessen und die "all you need" festmachen, segeln wir bei sehr schwachem Wind noch zum Sonnenuntergang zwischen Allensbach und der Reichenau (Gnadensee). Der Sonnenuntergang entschädigt für das laue Lüftchen. Übrigens an die Westspitze bei Reichennau pilgern allabendlich viele Menschen, alleine des tollen Sonnenuntergangs wegen. Danach legen wir am Steg 4 (Gästesteg) an und buchen uns für 9 Euro beim Hafenmeister ein. Bisher hatten wir nie Probleme einen Platz zu bekommen. Aber im Untersee ist es ohnehin am schönsten in einer der zahlreichen Buchten zu ankern. Ohne Beiboot entfällt dann zwar u.U. der Landgang, aber die Landschaft entschädigt dafür. Also, wenn man den Untersee ansteuert, genügend Vorräte bunkern und die Nacht am Anker verbringen. Zum Ankern ist eine Leine von ca 20 Metern und mehr zu empfehlen, da oft die Ankergründe eher 10 Meter tief sind. Die Ufer des Sees fallen doch relativ schnell ab und nur nahe unter Land sind geringe Tiefen lotbar. Wenn nicht ausdrücklich durch Schilder oder durch Eintragungen in der Karte verboten ist liegen und Ankern erlaubt, allerdings max. 24h! Da zum Ufer nach unserer Auslegung immer 25m Abstand zu halten sind (ausgenommen natürlich Fahrwasser und Einfahrten) ist ein direktes wildes Anlegen am Land wohl nicht erlaubt.

 

Freitag: 17.7. (Herrenbruck – Radolfzell)

Herrenbruck (als Ortsteil) gibt nicht viel her, erlaubt aber eben den Zugang zur Insel Reichennau. Es lohnt dort Fisch mit einheimischen Gewächsen, nein nicht nur Gemüse sondern auch Wein, zu kombinieren. Eine Besenwirtschaft des Fischhändlers am Ortsausgang in Richtung Osten, vorbei am Kloster-Kräutergarten (sehenswert) gilt als Geheimtipp (bis soeben).

Für Freitag waren Gewitter, Hagel und Sturmböen angesagt. Statt wie geplant zu ankern verlegten wir uns ín den sehr sicheren Hafen von Radolfzell und zwar in den des YCRa. Herrenbruck war uns nicht geschützt genug (nur Stege keine Mole). Vorbei an der Liebesinsel hinein in den Zellersee unter Segel und dann mit Benzin weiter in den Hafen. Achtung! Die Hafeneinfahrt wird backbordseitig durch eine Spundmauer unter Wasser begrenzt. Diese ist markiert und sollte nicht überfahren werden. Also immer schön links liegen lassen. Überhaupt ist das Hafenhandbuch „leg an" Pflichtlektüre vor der Einfahrt in die Häfen. Auch hier gab es schnell eine freie Box und wir legten den Bug in Richtung der zu erwartenden Front. Kleiner Imbiss im Clubrestaurant, Landgang, kleiner Einkauf und Weinprobe waren das Abendprogramm das durch eine ordentliche Dusche (aus dunklen Wolken) abgerundet wurde. Was soll´s die Haut ist wasserdicht. In der Nacht dann Regen und Wind in jeder Menge und Güte. Davon könnte der Schäfersee 3 Monate profitieren.

Samstag: 18.7. (Radolfzell - Steckborn)

Das dicke Wetter wollte nicht so richtig weiterziehen und auch die Starkwindwarnung flackerte. Wir aber waren nach einigen lauen Lüftchen erpicht auf einen schönen Schlag. Also raus bei 5-6 Bft. Beim Ablegen stirbt der Motor ab. Schnell werden wir auf andere Boote getrieben. Hier abhalten da festhalten und schnell wieder anwerfen den Motor und rückwärts aus der engen Boxengasse. Draußen reicht die kleine Genua um mit 6kn in Richtung unseres Ziels Steckborn zu düsen.

Übrigens die Fischer tauschen die Richtungen gegenüber unseren Definitionen. Wir fahren raus und meinen in den See hinaus. Der Fischer fährt raus und meint aus dem See hinaus. Demzufolge fahren Fischer in den See rein und wenn wir an Land gehen gehen wir wieder rein (in den Hafen).

Unglaublich schnell sind wir um das "Hörihorn" herum und entscheiden uns noch ein wenig zu kreuzen. Das wird einerseits mit viel Segelspass und andererseits mit einem mächtigen Schauer belohnt. Die Welle im Rheinarm des Untersees (Wind aus Südwest und Strom nach Südwest) veranlasst uns für die letzten Meter von Segel auf Motor umzustellen. Hier auf der Schweizerseite legen wir uns mit Heck in Richtung Außenmole. Wir liegen geschützt mit exklusiven Blick auf den See. Hafenmeister aufsuchen und 8 Euro zahlen. Wir besuchen den Ort, der eine gewisse Behäbigkeit ausstrahlt aber auch den Reiz alter Orte am Wasser. Ein Spaziergang lohnt sich und Krone oder Schwanen im Ort bieten gute Kost kombiniert mit Seeblick an. Neben Segeln und Schlemmen könnte man auch Radfahren und Wandern - aber das ist ein anderes Thema

Sonntag: 19.7. (Steckborn nach Öhningen – Stein am Rhein)

Den ruhigen Hafen von Steckborn haben wir heute verlassen und wollten in erster Linie segeln. So kreuzten wir bei frischem Wind einige Zeit auf dem Untersee. Vorbei an Wangen, Mammern, Kattenhorn, Eschenz. Fast bis Stein am Rhein. Dort aber ist die Strömung merklich und es gibt keinen geeigneten Anlegeplatz. Also kurz vorher in den Gemeindehafen von Öhningen im Ortsteil Oberstaad.

Die erste Box zu eng, die nächste knapp aber passend. So nun liegen wir da. Achtern haben wir einen grandiosen Blick über den See und in eine Naturschutzzone. Zu Fuss gehen wir los. Wir wollen ins ca. 2,5 km entfernte Stein am Rhein. Ein Schild "Adler Öhningen" und grosser Durst lässt uns vom rechten Weg abkommen - ohne Konsequenz - der Adler öffnet erst um 17.00 Uhr. Und Öhningen lohnt den Umweg nicht.

Wer in Öhningen im Hafen liegt und nach Stein zu Fuss will sollte gleich nach dem Hafen den Weg nach links wählen und sich nicht von anderen Schildern locken lassen. Im Grunde folgt man dem "Atlantik - Schwarzes-Meer Radweg !!". In Stein am Rhein bewundern wir die vielen Wirtshausschilder und die bemalten Fassaden.

Das Wetter übrigens herrlich: Sonne, Wind und Schönwetterwolken bei angenehmen Temperaturen. Weil der Weg so schön und das Wetter so passend war verzichten wir auf die Rückfahrt per Bus und laufen zurück und lassen wieder einen schönen Urlaubstag auf der "all you need" ausklingen. Die Tage am/auf/im Untersee neigen sich dem Ende zu. Wir wollen noch im Obersee das Schweizerufer abfahren.

Montag: 20.7. (Öhningen - Kreuzlingen)

Am Montag haben wir Öhningen verlassen und sind mit mässigem bis frischem SW Wind gegen den Strom wieder nach Osten gefahren. In kurzer aber genussvoller Fahrt ging es durch eine Bilderbuchlandschaft vorbei an Mammern, Glarisegg, Gaienhofen, Berlingen und Mannenbach. In der schon bekannten Ermatinger Bucht wollten wir den Mast legen, entschlossen uns aber nach der Mittagspause wegen Schwell und weiterhin günstiger Windrichtung den Mast bis zur neuen Rheinbrücke stehen zu lassen. Trotz merklichem Strom und teils engem Fahrwasser konnten wir uns alleine unter Genua bis nach Gottlieben ziehen lassen. Dort eine neue Erfahrung. Im nicht gerade schwachem Strom (ca. 5Km/h)an der Tankstelle anlegen und sicherheitsshalber den Tank füllen. Der neue Motor begnügt sich mit max. 1,5ltr, die Stunde. Nach Gottlieben und auch direkt vor der Brücke wird die Strömung noch ein wenig stärker. Der geschütze Takelmast bietet uns den Platz zum anlegen und wir legen den Mast. Beschaulich mit ca. 2,5 kn/h über Grund und gegen den Strom geht es nun unter den drei Brücken hindurch. Die letzte Brücke vor dem Obersee hat im linken Bogen (gegen den Strom gesehen) den schwächsten Strom und die höchste Durchfahrtshöhe. Bei Niederigwasserhöhe (Pegel Konstanz = 2,50) wären das 6,33. Davon ist die aktuelle Pegeldifferenz zum NW (zur Zeit rund 1,80, also Pegel 4,30) abzuziehen. Für uns mit gelegten Mast noch lange kein Problem. Die rund 4,50m reichen uns immer.

Die Fahrgastschiffe müssen schon auf die Köpfe der Passagiere achten und es genauer nehmen! Bei schwachem Wind lassen wir unter Motor den grossen Konstanzer Hafen

wieder mal rechts liegen und steuern den Yachthafen Kreuzlingen "Seegarten" an. Auch hier ist wieder ohne Problem ein passender Liegeplatz zu finden. Das System "frei/belegt" mit Datumsangabe funktioniert relativ gut. Der Hafen bietet Platz für Schiffe jeder Grösse. Das Anlegen zwischen den Dalben erfordert lange Festmacher, zumindest bei unserem kleinen Boot.

Die Sanitätsgebäude befinden sich in der Nähe des Krans. Zu den Duschen geht es durch das grosse Scheunentor. Weder Code noch Schlüssel sind nötig. Der Hafenmeister hat 2 Stützpunkte: West und Ost, wobei er nur für die Duschmarken benötigt wird. Die Hafengebühr von 8 Euro ist natürlich auch in CHF bezahlbar. Prinzip: Umschlag ausfüllen, Geld hinein und in den Anmeldekasten. Direkt am Hafen auf der Rückseite des Segelclubhäuschens eine praktische Nachttoilette. Am Seeufer in östlicher Richtung finden sich Restaurants, Spielplatz und Schwimmbad. Im Ort ein Micros-Supermarkt (1km) und nahe dem Hafengebäude ein Kiosk am Campingplatz der auch Brötchenbestellungen am Vorabend annimmt. Westlich läd der Seeburgpark mit Tiergarten und Kräuterpark kostenlos ein. Auch Konstanz ist ja leicht zu Fuss zu erreichen. Wir aber wollen weiter in Richtung Osten am Schweizer Ufer entlang. So der Wind uns lässt.

 

Dienstag: 21.7. (Kreuzlingen - Egnach)

Eigentlich wollten wir nach Arbon segeln. 2-3 Bft aus Ost die später auf Nord und eventuell auf West drehen sollten wären dafür eigentlich nicht schlecht. Also erst mal kreuzen und später vielleicht mit halben Wind weiter. Es blieb bei Ost und der blieb dann auch später weg. Trotzdem hatten wir beim Kreuzen zunächst mal viel Spass. Unter Motor ging es dann nahe am idyllischen Ufer weiter vorbei an Romanshorn.

Am Bodensee gilt: Unter Motor müssen 300 Meter Abstand zum Ufer eingehalten werden, außer zum Anlegen, Stillliegen oder Ankern. Auch unter Segel oder unter E-Motor mit max 2KW darf man nur bis auf 25m an das Ufer heran. Anfahrten. z.B. zum Hafen sind immer auf kürzesten Weg und wenn möglich rechtwinkelig anzusteuern. Im 300 Meter Bereich gilt max. 10km/h und in der Einfahrt muss Schwell vermieden werden. Außerhalb der 300m Zone gilt max. 40km/h. Wassermotorräder/Jetski sind verboten.

 

Nach einen Blick in das Hafenhandbuch "Leg an" entscheiden wir uns für ein kleines Abenteuer. Egnach, wurde dort beschrieben als kleiner Fluss mit sehr kleinen Hafen. Schiffbar nur bei hohem Wasserstand, da sonst teilweise trocken fallend. Mitten im Naturschutzgebiet fanden wir die markierte enge Einfahrt und liefen ein ins Bachbett ein. Nach etwa 200m links Liegeplätze, die aber zum Campingplatz gehören. Weitere 150m auf der rechten Seite ein kleiner Hafen. Segler sollten diesen ansteuern, da später die Bäume ein durchkommen in den oberen Hafen stark erschweren. Mit der "all you need" ging es dann gerade so. Quasi mit drücken und schieben und dem Risiko das der Verklicker riskiert wurde. Beide Hafenbecken haben Zugang zum Clubhaus welches mit tollen Service auf Basis von Selbstbedienung und Selbstabrechnung aufwartet. Also Hafengebühr und Getränke aus dem Kühlschrank selbst abrechnen, die Türen wieder verschließen und alles so verlassen wie vorgefunden. Aber das sollte ja eine Selbstverständlichkeit sein. Selbst die Küche samt Spülmaschine steht dem Gast bei entsprechender Auslastung zu Verfügung. Wir gingen nach dem Anlegen und nach dem "Anleger" erst mal zu Fuß den Gleisen entlang nach Osten bis zum großen Campingplatz. Dort rechts findet man die Seelust (am Widerhorn). Herrlich sitzt und speist man. Man muss allerdings einen Weg von 20-25 Minuten in Kauf nehmen. Die Empfehlung hatten wir von einem SCE´ler und geben diese gerne auch weiter. Zurück am Club fanden wir die Besatzungen von 6 Gastschiffen (allesamt Motormonsterboote) und einige Clubmitglieder noch gemütlich beisammen sitzen. Also noch eine Glas und dann aber in die Koje. Am nächsten Morgen dann nach dem Frühstück an Bord noch ein wenig die Gegend erkundigt und dann langsam das Boot zum Auslaufen klariert.

Mittwoch: 22.7. (Egnach – Arbon - Rheinspitz)

Am Mittwoch verlassen wir den Bachlauf "Egnach", was nur mit etwas Krängung gelingt. Trotzdem bleibt fast den ganzen Tag noch ein Ast in der Saling. Quasi ein Andenken an die überhängenden Äste. Wir können bei 2-3 Bft einen schönen Anleger Richtung Arbon segeln und laufen im Hafen ein. Das linke Hafenbecken bietet an der Mole ca. 20 Gastliegplätze (Dalben - Boxen). Arbon und der Hafen geben aber sonst nicht viel her. Die Stadt bot wenig und nach eine Stunde waren wir wieder klar zum Auslaufen. Lässiges Segeln mit einen Tip-Top Wind können wir nun in der Bucht von Arbon genießen. Der Wind ist erfrischend kühl und urplötzlich aber ungewöhnlich warm. Föhn eben. Wir laufen ein in die neue Marina "Rheinspitz". Durch vorgelagerte Untiefen sowie wegen eines Sperrgebietes muss man einen relativ großen Bogen fahren und sich dann an die bekannten Fahrwasserzeichen halten. Revierkenner kürzen schon mal ab. Es gibt genügend freie Plätze in der neuen Marina und wir legen uns so, dass wir ungehinderten Blick auf den See haben. Fährt man einfach weiter durch den Hafen und biegt in der Nähe der Tankstelle rechts ab, sollte man bei einen Boot unter 3 Meter schnell einmal "Tuten" und bei einem Boot über 3 Meter zwei mal. Der Hafenmeister öffnet dann den linken bzw. rechten Flügel der Brücke und man fährt ein in die sehr geschützte Hafenanlage "Rheinhof" Das alles kann man auch von der Rundum-Terasse des Hafengebäudes ansehen während man erst mal einen Anleger zu sich nimmt. In jedem Fall zu empfehlen ist ein Spaziergang durch das Naturschutzgebiet bis zum Strandbad ggf also Badesachen mitnehmen. Für den Weg muss man gemütliche 20-30 Minuten (hin und zurück) investieren und man sollte in jedem Fall den Schildern "Fussweg folgen". Diese Trampelpfade führen quasi hinter dem Dorf entlang zum Strandbad. Nach einem guten und gemütlichem Essen im Terassenrestaurant zurück zu unserem Liegeplatz mit Aussicht. Zwischenzeitlich hat sich die ausgebrachte Spring schon bewährt da ein kräftiger Wind aufgekommen ist. 

 

 

 

Donnerstag: 23.7. (Rheinspitz – Gohren - Ultramarina)

Der Wind wird in der Nacht noch heftiger, aber alle Festmacher sind zuverlässig und erfüllen ihre Pflicht. Am Donnerstag Morgen dreht der Wind von Südwest auf Süd und frisch bei sonnigem Wetter auf. Es werden Böen von 8-9 gemeldet. Die Sturmlichter am See sind an . 90 Blitze pro Minute kündigen am See Böen mit 8-9bft oder mehr an. Die Starkwindwarnung blitzt nur 40x pro Minute und warnt vor möglichen Böen von 6 oder 7 Bft. Der Föhn ist sehr warm und hat echte Power. An Auslaufen ist nicht zu denken. Später flaut der Südwind schlagartig ab und springt dann auf West und später auf Nordwest um. Eigentlich wollten wir heute, also am Donnerstag, noch weiter am Südufer entlang. Die Wetteraussichten mit Starkregen und Hagelsturm lassen uns diese Pläne ändern. Wir warten eine passende Wetterlücke ab und fahren quer über den See in die

Ultramarina. Die Wetterlücke ist klein und deshalb fahren wir Stützsegel und Motor. Die Wellen sind gefühlte 2 Meter (oder reale 0.5 – 1m) hoch, da diese mit zunehmender Nähe des nördlichen Ufers immer höher werden.

 

 

Hier in der Ultramarina suchen viele Schutz. Es gibt nicht so viele freie Plätze. Im Gegensatz zu den Schweizer Häfen in denen die Kopfstege oft für Gäste frei sind liegen hier an solchen Stellen die Monsteryachten ab 46 Fuss.

Der Zuruf eines Seglers macht uns auf einen freien Platz (max. 250cm breite) aufmerksam, der zwar auf "Belegt" steht. Dem aber, so weiss er, ist nicht so.

Kaum angelegt und auf der Terrasse einen Anleger genossen geht es auch schon los mit Blitz und Donner und heftigen Windböen. Was für eine Begrüßung. Aber nach 30 Minuten ist diese Spektakel vorbei. Später erfahren wir, dass es auf der Schweizer Seite heftig gehagelt hat. Die schnelle Seeüberquerung war damit wirklich sinnvoll.

So hier endet unser wunderbarer Bodenseeausflug. Einmal noch im Boot schlafen und am Freitag kommt die "all you need" wieder aus dem Wasser. Obwohl im Hafen, lassen wir die Ankerlaterne brennen. Da wir nur eine 10Ah Mini-Batterie die auch das Handy laden musste hatten, wollten wir das doch noch mal testen und auch selbst mit Abstand sehen. Die LED-Rundum macht einen guten Eindruck. Bei 109.- Euro darf man das ja auch erwarten.

Freitag: 24.7. Auswassern und Heimreise

Gelassen legen wir direkt in der Box den Mast. Unsere „all you need" ist dafür eingerichtet. Wir versorgen alles und tuckern dann zum Kran. Dort findet sich ein großes Gedränge. Einige wollen rein, andere raus und 2 große Yachten wollen zur Kontrolle oder Reparatur der Schraube an den Kran. Nach einer kleinen Wartezeit und mehrmaligem rangieren hängen wir am Kran und dann auch gleich auf dem Trailer. So das war es dann. Gemütlich nach Hause vorbei an Überlingen auf der B31, die am Freitag Mittag noch nichts vom üblichen Wochenendstau kennt und dann via Autobahn in Richtung Stuttgart. Wegen gemeldeten 14km schleppenden Verkehrs zwischen Stuttgart und Pforzheim fahren wir ab. Über Nagold, Freudenstadt und Forbach geht es nach Gernsbach. Mit Rast und kurzer Pause waren es dann um die 4h Fahrt. Da kann man nicht meckern.

Was den Bodensee betrifft da sind wir sicher - wir werden wieder kommen.

Info zur „all you need":

16er Holzjollenkreuzer (Sperrholz) mit Kajüte des 20er´s

Bj. 1967 Länge 699cm 255cm breit Tiefgang 25cm bis 120cm

Segel: Gross, Arbeits-Fock, Genua gross und klein, Spi

Motor: Außenborder mit 5PS Tohatsu 4Takter EU/Bodensee - Zulassung mit externem 12ltr. Tank.

 

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