Unser Beitrag im Heimatbrief 2006 der Gemeinde Lingenfeld 

Liebe Leserinnen und Leser!

In diesem Jahr begannen wir unsere Aktivitäten bereits im März mit einer Wanderung, die uns von der Pfälzerwaldhütte „Hüttenbrunnen“ im Edenkobener Tal zum Friedensdenkmal und der Kropsburg in St. Martin führte. 
Bei der Jahreshauptversammlung, ebenfalls im März, wurde der amtierende Vorstand wiedergewählt. Hauptthema der Versammlung war der demografische Wandel in unserer Gesellschaft. Die Bevölkerung schrumpft, Menschen werden älter und die Jugendlichen nehmen ab. Wir fragten uns: Was kann der Segelclub tun, um diesen Auswirkungen im eigenen Verein frühzeitig zu begegnen? Wir wollten mehr 20 – 45 Jährige und auch mehr Jugendliche aufnehmen. Für die Jugendlichen sollte eine Jolle und ein Kanadier angeschafft und für die Kleinsten ein Stelzenhaus errichtet werden. Nach einem Jahr können wir nun berichten, dass all diese Maßnahmen mit entsprechender Publizierung in der Presse und unserer Homepage zu ersten Erfolgen führte. So haben etliche jüngere Familien bei uns mit dem Segeln begonnen und auch die Zahl unserer Jugendlichen hat sich von 17 auf 25 erhöht. Aber auch für die Senioren werden Aktivitäten angeboten, so Wanderungen und Radtouren und der Mittwochstreff mit Segeln, Boulespielen, Kanadierfahren.
Das geplante Ansegeln fiel leider wegen des Rheinhochwassers und der Überschwemmung des Zufahrtsweges buchstäblich ins Wasser. Die Frühjahrsregatta entschädigte uns jedoch, hatten die 16 gestarteten Boote doch stürmischen Wind. Es gab packende Zweikämpfe und das Teilnehmerfeld der Katamarane konnte sein Geschwindigkeitspotential ausspielen. Die nächste Regatta im Juni hatte dagegen wenig Wind und die 22 gestarteten Boote konnten nur 2 der geplanten 3 Regattaläufe durchführen. Beim Sommergrillfest im Juli gaben bei starkem Wind die 5 Katamaransegler eine Darbietung ihres Könnens, wenn sie im Trapez stehend auf einem Schwimmer durchs Wasser rauschten. Das Katamaransegeln fasziniert vor allem die jüngeren Segler. Höhepunkt des Sommerfestes war die Bootstaufe eines Kanadiers, den uns eine Lingenfelder Familie für Bootstouren in den Lingenfelder Altrhein für die jüngeren und älteren Mitglieder zur Verfügung stellte.
Bei unserer Jugend gibt es neben dem regelmäßigen Training jedes Jahr einen Höhepunkt. Mitte September fand ein Jugendwochenende statt, an dem 15 Jugendliche teilnahmen. Es wurde gesegelt, gepaddelt, Federball gespielt und unser neues Piraten-Stelzenhaus und die Schaukel eingeweiht. Das Foto zeigt, mit welcher Freude und Begeisterung die Jugendlichen das Piratenhaus-Stelzenhaus „Klaus Störtebeker“ am Schäfersee annahmen. Zufällig ist Ende des Jahres im Museum in Speyer eine Piratenausstellung, die wir natürlich mit unseren Jugendlichen besuchen werden.

Die Leberknödelregatta Ende September fand bei herrlichem Herbstwetter jedoch schwachem Wind statt. Die Regatta war Höhepunkt der diesjährigen Segelsaison. Vor zahlreichen Zuschauern gingen 24 Boote auf den 1,8 km langen Regattakurs.

 Bei schwachem Wind konnten am ersten Regattatag 1 Lauf, am zweiten Tag bei ebenfalls wenig Wind nur ein verkürzter Lauf stattfinden.

Teilnehmer und Zuschauer genossen neben dem herrlichen Herbstwetter die pfälzischen Spezialitäten, darunter auch die Leberknödel und Kaffee und Kuchen.
Wem der Schäfersee zu klein ist zum Segeln, den zieht es in die Ferne: So waren auch in diesem Jahr wieder Segler aus unserem Verein, teils mit eigenen, teils mit gecharterten Booten, in der Nord- und Ostsee, dem Mittelmeer und den Binnengewässern der Mecklenburgischen Seenplatte unterwegs.

Dieses Jahr besteht der Segelclub Lingenfeld 30 Jahre. Normal feiert man ein solches Jubiläum nicht. Der Vereinsvorstand lud seine Mitglieder jedoch zu einem morgendlichen Brunch ein, in Würdigung der Leistungen unserer Gemeinschaft beim Aufbau und der Erhaltung unseres Vereinsgeländes. Der Vorsitzende des Ortskartells Burckhard Romahn übereichte eine Gratulationsurkunde und ein Spende für unsere Jugend und hob das Engagement 
der Vereinsmitglieder in der Gemeinde Lingenfeld hervor.

Das Piraten-Stelzenhaus 
“Klaus Störtebeker“ am Schäfersee

Zum Schluss noch ein Wort zu unseren Aktivitäten im Naturschutz: Unser Vereinsgelände erweist sich als wahres Vogel- und Fledermausparadies. Auf den Querträgern der Steganlage haben ca. 15 Brutpaare der Rauchschwalben ihre Nester. In 43 Nisthöhlen brüten Meisen, Sperlinge, Rotschwänze, Kleiber, Bachstelzen und andere Vogelarten.
Die Rauhautfledermaus, der Große und Kleine Abendsegler und die Mückenfledermaus benutzen unsere 21 Fledermaushöhlen als Durchzugsquartier oder um ihre Jungen aufzuziehen. Um den gefährdeten Fledermäusen durch die Zerstörung natürlicher Unterkünfte auch im Winter eine Bleibe zu bieten, haben wir eine isolierte Überwinterungshöhle gebaut und aufgehängt, in der Hoffnung, dass sie in diesem Winter von den Fledermäusen angenommen wird. Unsere Mitglieder beteiligten sich auch wieder zahlreich an der Umweltaktion „Saubere Landschaft“ der Gemeinde Lingenfeld.
Die Mitglieder des Segelclubs Lingenfeld wünschen Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, alles Gute, vor allem aber Gesundheit, gesegnete Weihnachten und ein erfolgreiches Jahr 2007. 

Wolfgang Schneider