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Auf
der Elan 384 Impression „ KANANI „
Krvavica/Markarska –
Milna(Insel Brac ) – Marina Kremik/Primosten – Skradin Trogir
– Bucht Necujam ( Insel Solta ) – Komiza ( Insel Vis ) –
Korcula – Dubrovnik – Slano – Orebic – Hvar –
Krvavica/Markarska
Skipper.
Manfred Fritsche
Crew:
Gerhard Höhl
Fritz
Keilbach
Herbert
Keller
Gerd
Herr
Am Dienstag 06.10.09
sammelt Fritz mit seinem VW-Bus die Segler an den Treffpunkten
bzw. zuhause ein und wir steuern den Bruchsaler Bahnhof an.
Um 8.38h soll
unser RE nach Stuttgart gehen. Wir sind viel zu früh am Bahnhof
und haben daher noch Zeit für einen Kaffee und ein Frühstück
aus der Hand. Der Zug kommt pünktlich gegen 10.00h sind wir in
Stgt. Hbf, steigen am Tiefbahnhof in die S-Bahn und treffen gegen
10.30h am Flughafen ein. Das Einchecken am Counter bei Germanwings
geht problemlos.
Bei der
Sicherheitskontrolle gibt es Ungereimtheiten mit dem Handgepäck,
der Skipper muss einige Utensilien seiner Toilettenartikel
rausrücken und ersatzlos beseitigen lassen.
Unser Airbus 319
steht bereit, wir heben um 12.40h in Stgt.-Flughafen ab und landen
nach einem ruhigen Flug um 14.10h in Split. Die Landung klappte
erst beim zweiten Versuch, der erste Anflug war zu hoch angesetzt,
also musste der Pilot der Sicherheit wegen durchstarten. Die
eigentliche Landung war dann doch recht unsanft.
Die
Einreiseformalitäten sind schnell erledigt, alle Segler holen das
jeweilige Gepäck vom Förderband und vor dem Flughafengebäude
treffen wir den bestellten Taxifahrer mit seinem Großraumtaxi,
der uns zum Liegeplatz unserer Charteryacht,60 km entfernt, nach
Krvavica bringen sollte.
Auf der gut
ausgebauten Küstenstraße brachte uns das Taxi gegen 16.30h an
den Liegeplatz der Yacht. Kurz vor dem Ziel steigt die in den Fels
des Dinarischen Küstengebirges gesprengte Straße steil an, kurz
danach führt eine serpentinenreiche Nebenstraße zur kleinen
Marina.
An diesem
Minihafen wird seit 4 Jahren gewerkelt, es sieht viel nach
Improvisation aus. Richtig vertrauenswürdig sind die mit dem
Betonboden verankerten Zurrösen, mit denen die an Land liegenden
Boote mittels stabiler Gurte gesichert sind. Mit dieser
Absicherung versehen, nehmen die Boote keinen Schaden ,wenn die
berüchtigten Fallböen der Bora von dem bis 1800 m hohem
Biokovo-Massiv herabstürzen und alles was nicht fest angebunden
ist, lose reißen und herumwirbeln.
2
Unser Boot ( 2
Jahre alt ) haben wir schnell gefunden, vom Übergabepersonal ist
nur der Stützpunktleiter von Wimmer-Yachting vor Ort. Während
der Skipper und Herbert die Yachtübernahmeformalitäten und das
Einchecken abwickeln, sind die übrigen Crewmitglieder mit unserem
Taxi nach Makarska in einem Supermarkt zum Verproviantieren
gefahren.
In der
eigentlichen Marina ist keine Infrastruktur vorhanden. Es gibt
neben einer Hotelruine einige Häuser, aber offenbar keine
Bewohner. Die Touristensaison ist abgelaufen.
Nach der
Rückkehr der Einkaufsabteilung werden Lebensmittel und auch
Getränke sorgfältig verstaut. Da es weder eine Konoba noch sonst
ein Restaurant gibt, verspeisen wir das
Abendessen an
Bord.
Jetzt können wir
endlich die Beine ausstrecken, es war ein langer Anreisetag. Alte
Stories und Geschichten von früheren gemeinsamen Törns werden
rekapituliert und der Wahrheitsgehalt mit Wein bekräftigt.
Fritz und Manfred
sind gesundheitlich etwas angeschlagen und ziehen sich jeder in
seine Achterkajüte zurück. Bald ist auch die Restcrew
schläfrig, es wird eine ruhige Nacht.
07.10.2009
Mittwoch sonnig S-SW 2 bft. Später W 3-4 bft
Wir machen uns
mit den Sicherheitseinrichtungen und den einzelnen Bedienelementen
des Bootes vertraut und verstauen das Beiboot vor dem Mast, damit
erreichen wir eine bessere
Übersicht zum
Bug des Bootes.
Um 9.30h
legen wir ab und fahren durch die sehr enge Hafenzufahrt ins freie
Wasser mit Kurs 210.Schnell sind die Segel gesetzt, bei wenig Wind
machen wir geringe Fahrt und haben Muße die hinter uns liegende
mächtige Bergkette im Morgenlicht zu bewundern. Bei dieser
geringen Geschwindigkeit lernt man schnell die Reaktion des Bootes
auf Ruderausschläge kennen. Mit Motorunterstützung segeln wir
von Windfeld zu Windfeld zwischen den Inseln Hvar und Brac.
Der Wind hat nun
leicht auf W gedreht und auch noch zugelegt. Jetzt können wir
bequem zwischen beiden Inseln aufkreuzen. Die uns zugewandte Seite
der Insel Brac ist bis auf zwei Ortschaften kahl und unwirtlich.
Trotz der Schräglage, die wir beim Aufkreuzen schieben, hat Fritz
ein Mittagessen gerichtet, was im Cockpit eingenommen wird. Hier
zeigt sich bereits, dass das Boot gute Segeleigenschaften hat und
bei richtigem Segeltrimm prima Kurs hält.
Gegen 16.00h
lässt der Wind nach, so dass wir alle Segel bergen. Nun laufen
wir mit Motor zwischen den Inseln Solta und Brac in die ACI-Marina
des bezaubernden Fischerstädtchen Milna auf Brac, das am Ende
einer langgestreckten Bucht liegt.
Dort bekommen wir
um 18.00h einen Platz an der Stadtpier in unmittelbarer Nähe zur
Kirche zugewiesen, direkt neben den Polizeibooten.
Ein
Erkundungsgang durch das abendliche Städtchen schließt sich an,
gleichzeitig suchen wir ein Restaurant zum Abendessen. Zuvor
begutachten wir noch die zahlreichen Anlegemanöver von
Regattabooten, die an die vorbestimmten Liegeplätze dirigiert
werden, wir sitzen dabei auf bequemen Rattanstühlen im Kaffeehaus
direkt am Wasser. Viel junges Volk ist an Bord, entsprechend
lebhaft geht es zu.
Am Scheitel der
Bucht finden wir ein passendes Restaurant mit ausführlicher
Speisekarte. Hier bleiben wir und haben es nicht bereut. Auf dem
Boot zurück lassen wir den Tag nochmals passieren, es war schön.
Um Mitternacht gibt es Ruhe auf den Regattabotten und auch bei
uns.
40 Seemeilen
3
08.10.2009
Donnerstag sonnig W 2-3 bft.
Vormittags ist
jeder mit einzelnen Verrichtungen beschäftigt und geht seiner
Wege, es wird auch Proviant nachgekauft, da das Angebot gut ist
und die Transportwege zum Boot kurz sind. Vor dem Auslaufen
treffen wir uns alle in einem Kaffeehaus an der Hafenkante und
genießen einen Cappuccino.
Langsam verlässt
das ein und andere Boot den Hafen auch wir legen um 10.45h ab und
fahren mit Maschine auf die offene See vor der Insel Solta. Nach
dem Segelsetzen gehen wir auf Kurs 280.Die Fahrt ist sehr
gemächlich. Gegen 13.00h nehmen wir die Maschine zur
Unterstützung hinzu und kommen nun gut voran. Das Boot läuft mit
Autopilot und „Niemand" steuert. Wir kreuzen den Kurs einer
weiteren Regatta, die auf Vorwindkurs lagen und alle mit
Flügelspinnaker (Parasailor) segelten. Es handelte sich um
Yachten, die größer waren als unsere Elan 384 und die schnell
unterwegs sind.
Unser Tagesziel
Primosten haben wir schon lange von See ausgemacht und laufen
jetzt drauf zu, ohne die Regatta zu behindern. An der einzigen
kurzen Mole des Stadthafens ist alles belegt, wir drehen in die
Marina Kremik ab, treffen dort gegen 17.30h ein und bekommen einen
schönen Platz am Schwimmsteg zugewiesen.
Nach und nach
laufen weitere Regattateilnehmer ein. Wir erfahren dass es die
AMS-Regatta ist, an der nur Bavaria-Yachten teilnehmen.
Der Hafen ansich
bietet nichts, aber wir liegen sehr ruhig und die
Sanitäreinrichtungen sind optimal und gepflegt.
38 Seemeilen
09.10.2009
Freitag sonnig NE 2-3 bft.
Heute brechen wir
gleich nach dem Frühstück um 9.00h auf und fahren mit Maschine
aus dem golfartigen Einschnitt an dessen Ende die Marina liegt
nach N am Fischerdorf Primosten, das auf einer Halbinsel liegt
vorbei.
In einer Bucht
nördlich von Primosten sammeln sich die Regattaboote von AMS
bereits wieder zum Start der nächsten Etappe.
Unser Weg führt
uns an der Küste zwischen der Insel Zlarin und dem schönen
Fischerort
Vodice entlang in
den mit Festungsbauten gesicherten Kanal von Sibenik. An der
Stadtfront
vorbei in den
canonartigen Fluss Krka. Eine wildromantische Landschaft von
einzigartiger Schönheit tut sich dem Auge auf.
Nach 11 sm Fahrt
auf dem Süßwasserfluss Krka erreichen wir gegen 12.15h die
ACI-Marina
Skradin im
gleichnamigen Ort an einem Fjordeinschnitt ganz malerisch gelegen.
Als wenn wir erwartet worden wären hüpft am Landungssteg ein
Fotograf mit einer Digitalkamera herum und fotografiert unser
Anlegemanöver, das Herbert souverän ausführt. Wir haben kaum
richtig festgemacht, bringt uns der Fotograf eine Auswahl der am
PC ausgedruckten Bilder.
Natürlich kann
er einige Bilder bei uns absetzen.
Jetzt mussten wir
uns aber doch noch beeilen, denn um 13.00h ging das Taxiboot, das
uns in den Nationalpark Krka zu den berühmten Wasserfällen
bringen sollte. Es hat zeitlich gerade noch so gereicht, wir waren
die Gäste, die als Letzte kamen , dann legte der Dampfer ab.
Flußaufwärts
kommen wir nach 20 Minuten am Einlass unterhalb der Wasserfälle
an. Hier liegt ausgerechnet zunächst eine schöne schattige
Gartenwirtschaft. Gerhard schlägt vor erst mal etwas zu essen und
zu trinken, und so geschah es auch.
Dann pilgern wir
den ausgebauten Weg zu den Wasserfällen, die aus 46 m Höhe über
mehrere natürliche Staubecken aus Travertin in die Tiefe
rauschen. Es ist genügend Wasser im Fluss, so dass das
Wasserschauspiel doch sehr eindrucksvoll wahrgenommen wird.
Neben dem
Wasserlauf zieht sich der Fußweg mit diversen Aussichtsstellen
bergwärts. Bei den Zwischenaufenthalten konnte man die
Wasserschauspiele aus verschiedenen Perspektiven genießen und
Luft tanken zum weiteren Anstieg. Ein heiteres Halo gibt es als
wir einigen weiblichen Bustouristen aus dem Großraum Fulda
begegneten und uns als Pfälzer Seeleute
outeten
Über einen
Knüppelweg konnten wir dann die Wasserfälle trockenen Fußes
queren und stiegen an der Nordseite der Wasserläufe wieder zu
Tal. Hier blühten extrem viele wilde Alpenveilchen im Gebüsch.
Am Ausgangspunkt
angekommen, warten wir in der Gartenwirtschaft wieder auf das Taxi
böt, das uns nach Sardin bringen sollte.
Dort orientierten
wir uns direkt zu der Konnotat von Mate, die der Skipper von
mehreren Vorkriegsbesuchen gut kannte. Mate war unter Seglern eine
Institution und serienmäßiger Anlaufpunkt für durstige und
hungrige Gesellen. Seine Schwiegertochter erzählte uns, dass er
73-jährig vor 10 Jahren gestorben sei. Das Flair in seinem
Konnotat war auch jetzt noch teilweise zu spüren. Wir kauften
hier gut ein (Flüssiges und Festes) und trafen auch noch die
Witwe, die uns aber sprachlich nicht verstand. Der abendliche
Rundgang durch den beleuchteten Ort war der Tagesabschluss.
24 Seemeilen.
10.10.2009
Samstag halb bedeckt SE 3-4 bft
Das Wetter
schlägt um, wir werden heute mehr Wind haben. Erst mussten wir
aber noch Proviant nachkaufen und legten dann um 10.30h ab. Noch
einmal konnte man die beeindruckende Fjordlandschaft auf sich
wirken lassen. Nach der Passage der Kanaleinfahrt vor Sibenik
haben wir Segel gesetzt, mussten dann aber bald reffen.
Zunächst war es
ein Kreuzkurs, dann konnten wir aber immer besser den Kurs
anliegen, obwohl sich eine hackige See aufgebaut hatte .Das im
Meer stehende Leuchtfeuer Mulo passierten wir gegen 16.00h.
Ab 16.30h fuhren
wir mit Maschine zum Tagesziel Trogir, wo wir gegen 19.30h in der
ACJ-Marina ankamen. Wir bekommen einen der wenigen freien Plätze
zugewiesen, es war ein langer Tag.
Auf Empfehlung
einer Crew, die wir in Skradin trafen, suchten wir in der Altstadt
von Trogir das Lokal „ Monika" .Das wurde relativ leicht
gefunden und wir wurden von einem Kroaten, der in Stuttgart
geboren und aufgewachsen ist, sehr gut bedient.
Auf einem freien
Platz in der Altstadt gab es dann noch einen Absacker um 24.00h
waren wir an Bord.
Nachts hatte es
stark geregnet und ein heftiges ortsnahes Gewitter ging über
Trogir nieder. Nicht alle Luken auf unserem Boot waren den
himmlischen Wassermassen gewachsen.
58 Seemeilen.
11.10.2009
Sonntag halb bedeckt SE 2-3 bft
Obwohl es leicht
regnete haben wir heute Vormittag einen Stadtrundgang in der
Altstadt von Trogir unternommen. Dann sind wir danach doch wieder
bei „ Monika „ eingekehrt, hier war es warm und trocken und
ein gutes Menü wurde uns auch noch aufgetischt.
5
Zurückgekehrt
zum Boot war klar, dass wir heute nur einen kurzen Schlag in die
Bucht Necujam auf der Insel Solta machen werden.
Um 13.30h legen
wir ab und treiben mit Strömung und etwas Wind nach W. In der
Splitter Bucht können wir dann schön segeln und Kurs auf die
Badebucht Nekujam nehmen. Dort
kommen wir gegen
16.30h an, legen uns bei 5m Wassertiefe vor Heckanker mit
zusätzlicher
Landfesten, an
dem Stamm einer Pinie befestigt, vor die Naturküste.
Es bestand
laufend Handykontakt mit Raimond Herrmann, der mit seiner
SCLF-Crew auf einer Bavaria 46 ab Split unterwegs war. Wir
verabredeten und trafen uns in der Bucht und Raimond legte sich
mit seinem Boot längsseits bei uns an. Das war ein Halo und
besonders schön sich hier in Dalmatien zu treffen.
Nach dem
jeweiligem Abendessen, trafen wir uns gemeinsam (11 Personen) in
dem Salon der Elan 384 .Es wurden alle Weinvorräte angegangen und
heftig fabuliert. Herbert spielte Mundharmonika, bei
Stimmungsliedern konnte man aufgrund mitgebrachter
Liedertextblätter sogar mehr als die ersten Strophen mitsingen.
Es war ein
lustiger Abend, aber sicher auch laut, nur gut, dass wir in der
Bucht fast alleine waren.
16 Seemeilen.
12.10.2009 Montag
halb bedeckt S 5 bft
Um 9.30h lösen
wir unseren Ankerverbund ,Raimond fährt zur Inselumrundung von
Solta, wir brechen zur Insel Vis auf. Bis zur Durchfahrt zwischen
den Inseln Solta und Brac kreuzen wir auf und nehmen dann auf
Steuerbug segelnd die Insel Vis ins Visier. Bei gerefften Segeln
machen wir 7knt. Fahrt und kommen gut voran. Vis war bis nach dem
Bürgerkrieg 1995 militärisches Sperrgebiet, also für uns alle
Neuland.
An der Westseite
von Vis laufen wir gegen 16.00h in den Fischerhafen Komiza ein.
Die Mole ist recht kurz, wir bekommen noch einen Platz und legen
röm. katholisch an einem Muringplatz an. Der Wind frischte, wie
auch vorausgesagt, immer mehr auf, änderte öfters die Richtung,
es begann langsam zu regnen.
In einer recht
lauten Cafeteria, die stark von Einheimischen besucht war, hielten
wir uns kurz für einen Espresso auf und gingen dann zum Boot um
es nach vorne zu verholen und mit weiteren Festmachern und Fendern
sturmfest zu sichern.
Es war besonders
darauf zu achten, dass die Masten der Nachbarboote nicht mit dem
Mast unseres Bootes zusammenschlagen konnten. Auf allen anderen
Booten wurden auch Sicherungsmaßnahmen getroffen. Wir hatten
alles so hingerichtet, dass wir notfalls auslaufen konnten, wenn
die Situation an der Mole unhaltbar werden sollte.
Trotz der nicht
optimalen Begleitumstände hat Fritz uns ein leckeres Abendessen
zubereitet—
Pfeffersteak mit
Rosmarinkartoffeln.
Draußen pfeift
und gautscht es, die Takelage gibt die Melodie dazu, ein
Vorgeschmack auf den Sturm der nachts einsetzte.
41 Seemeilen.
6
13.10.2009
Dienstag bedeckt Sturm
Heute läuft kein
Boot aus, auch die hartgesottenen Fischer bleiben im schützenden
Hafen. Die Nacht haben wir mit wenig Schlaf und ständigen
Kontrollen der Fendergeräusche und Leinenrucken verbracht.
Mittels unserer
waghalsig ausgelegten Gangway, gelingt es einem nach dem anderen
robbend
Auf die Mole zu
krauchen und einen Stadtrundgang zu machen, Gerd bleibt an Bord
und bewacht das Boot.
In der Bucht
fliegt die Gischt, weiter draußen beobachten wir extrem steile
Wellen. Das bleibt heute so lt. Wetterbericht.
Herbert und
Gerhard fahren mit dem Linienbus über den Inselrücken in die
Stadt Vis auf der Ostseite der Insel. Wir anderen verbringen die
Zeit je nach Belieben. Am Nachmittag kommen unsere zwei
Inseltramper mit einem Taxi zurück, da der Bus mangels Fahrgäste
nicht fuhr, zumal auch die Fähre vom Festland nicht kam ,auf
deren Fahrgäste der Bus sonst gewartet hätte.
Der Taxifahrer
nahm absprachegemäß nicht die Diritissima, so dass die zwei
Tramper aus der Pfalz noch andere Eindrücke von der Insel
erhielten, über die sie uns dann abends berichteten. Heute Abend
gibt es Gulasch mit Nudeln, dann gehen wir früh in die Kojen.
14.10.2009
Mittwoch bewölkt S 2-4 bft.
Einer unserer
Nachbarn ist schon sehr früh aufgebrochen, die wollten ins 58 sm
entfernte Pecara auf dem ital. Festland segeln. Wir haben uns mit
dem Frühstück auch beeilt und haben um 9.00h abgelegt .Bis zur
SW-Spitze von Vis fahren wir mit Maschine, dann werden gegen 9.30h
gereffte Segel gesetzt .Das Boot macht gute Fahrt, mit Kurs 100
segeln wir die Passage zwischen den Inseln Korcula und Lastovo.
Auf beiden Inseln gibt es verschiedene Buchten oder sonstige
Liegemöglichkeiten, sofern wir unseren Trip vorzeitig
unterbrechen wollten.
Es läuft aber
alles wunderbar, so entschließen wir uns direkt auf die Stadt
Korcula und die dortige ACJ-Marina anzulaufen. Doch es wird
langsam dämmrig, also setzen wir die Maschine ein und laufen mit
kräftiger Unterstützung des GPS-Plotters gegen 19.00h um die
Ostspitze der Insel Korcula in die Marina.
Der Wind hat auf
E gedreht und es ist richtig kalt geworden. Auf unserem
Stadtrundgang finden wir in der Altstadt das urige Restaurant
wieder, welches der Skipper in der Vorkriegszeit schon aufgesucht
hatte. Es gibt ein richtiges dalmatinisches Gericht.
In Korcula fällt
auf, dass die abgefackelten Waldflächen alle wieder als
Monokultur mit Pinien aufgeforstet wurden, so ist die Insel recht
grün.
Nach abermaligen
Handykontakt mit Raimond spricht er von unserem Team nur noch
als"meilenfressende Rentnercrew".
Der kalte Wind
sorgt dafür, dass wir schnell wieder an Bord gehen.
70 Seemeilen.
7
15.10.2009
Donnerstag bewölkt E 5-6 bft.
In der Marina
freuen wir uns über total saubere Duschen, aus denen sogar noch
warmes Wasser läuft, eine Wohltat. Mit dem Frühstück geht es
heute etwas schneller, wir wollen noch einen kleinen Stadtrundgang
machen, an Marco Polos Geburtshaus (leider geschlossen)
vorbeischauen, dann an der etwas abgelegenen Tankstelle noch
Diesel nachtanken.
Um 10.15h legen
wir ab. Der kalte Ostwind fällt über die hohen Berge der
Halbinsel Peljesac und ist sehr böig. Mit erheblichen Reffs in
beiden Segeln, segeln wir hart am Wind Kurs SE an der Steilküste
entlang. Doch leider verabschiedet sich der Wind gegen 13.00h und
wir fahren nun mit Maschine auf dem gleichen Kurs. Alle anderen
Segelboote, die wir in der Ferne sehen, motoren auch. Eine
Alternative für die beabsichtigte Tagesetappe wäre die grüne
Insel Lopud, aber als wir nah dran waren, entschlossen wir uns
doch noch weiter bis in den Stadthafen von Dubrovnik-Gruz zu
fahren.
Dort finden wir
aber keinen guten Anlegeplatz und es ist auch durch den
Straßenverkehr sehr laut, also motoren wir noch die 3 sm das
Ombla-Flußtal aufwärts, wo am Ende der Bucht die ACJ-Marina
liegt. Gegen 19.00h haben wir unser Boot am Steg A von
Ecker-Yachting festgemacht .Die Marina ist nicht belebt, später
macht noch ein weiteres Charterboot neben uns fest.
Im einzigen noch
geöffneten Restaurant bekommen wir eine warme Speise auf kalten
Tellern, und sind auch die einzigen Gäste. Die alte
herrschaftliche Gutsanlage, in die die Marina implantiert ist, ist
ungepflegt, kein Glanz aus früheren Zeiten ist spürbar.
Der kalte Wind
bläst jetzt wieder von den hohen, kahlen Bergen. Am nächsten Tag
werden wir die Altstadt von Dubrovnik aufsuchen.
59 Seemeilen.
16.10.2009
Freitag Sonnenschein kaum Wind
Hafentag in
Dubrovnik, Perle der Adria. Mit dem Linienbus fahren wir von der
Marina in den Stadtteil Pile, direkt vor die Tore der Altstadt. Im
Hafen und auf Reede liegen einige Kreuzfahrtschiffe und die Gäste
sind alle in der Stadt unterwegs. Die Hauptstraße Placa Stradun
ist belebt von asiatischen und europäischen Menschen. Zu einem
Rundgang über die restaurierte Stadtmauer benötigt man ein
Ticket und wir müssen uns erst mal am Kassenhäuschen anstellen.
Richtigerweise
läuft der Besichtigungsgang im Einbahnverkehr, sonst wären die
Besuchermassen nicht zu ordnen. Es geht rauf und runter, man hat
schöne Aussichten auf die historischen Baulichkeiten und die
Meeresumgebung.
Nach zwei Stunden
ist die Sightseeing-Tour beendet, wir schlendern noch etwas in den
vielen Gassen und suchen uns ein Lokal in der zweiten Reihe,
parallel zur Placa. Das Angebot ist riesig unsere Wahl fällt auf
ein Innenlokal, gemütlich und mit schönen Tischdecken. Die Wahl
war nicht schlecht, wir haben gut und preiswert gespeist.
Mit dem Linienbus
fuhren wir wieder zur Marina zurück, kauften noch etwas im
Supermarkt ein. Um 15.30h legten wir ab und fuhren den Ombla-Fluss
hinunter unter der neuen Autobahnbrücke durch und dann auf Kurs
300.Die Fahrtroute ging zwischen Festlandsküste und den
Elaphitischen Inseln entlang in den grünen Ferienort Slano, der
in einer großen, geschützten Bucht liegt und von den Serben im
Bürgerkrieg total zerstört wurde. Um 17.30h legen wir am neu
errichteten Kai neben einem 5-Sternehotel an.
8
Einen
Hafenmeister finden wir nicht. Wir sind die einzige Yacht, neben
uns liegt noch ein Fischer und ein Touristenboot.
Die neu
errichtete Ortschaft ist sauber und sehr ruhig. Es besteht
Busverbindung mit Dubrovnik und am Kiosk gibt es aktuelle deutsche
Zeitungen.
18 Seemeilen.
17.10.2009
Samstag bewölkt E 4 bft.
Eigentlich
wollten wir noch etwas Proviant im Supermarkt beschaffen, aber ein
größeres Fischerboot bedeutet uns, dass es gerne auf unserem
Liegeplatz festmachen wollte, obwohl dieser Platz ausweislich für
Yachten reserviert ist. Was soll es, wir laufen um 8.30h aus der
Bucht in den Miljetkanal an der Steilküste der Halbinsel entlang.
Die Genua zieht uns bei raumen Wind und Kurs 300.
Fritz bereitet
wieder seine köstliche Zwiebelsuppe, es gibt dazu noch Weißbrot.
Der Wind kommt nur noch sporadisch über die Berge und lässt
allgemein nach. Wir starten die Maschine und laufen den früher
bedeutenden Schifferort Orebic vis-a-vis von Korcula an der
Steilküste von Peljesac an.
Der kleine Hafen
ist nur geeignet für Boote mit max. 12 m Länge und 2 m Tiefgang.
Ein österreichischer Motorbootfahrer hilft uns beim Anlegen, wir
nehmen 2 Murings, weil vom
960 m hohen
Sv.Iljia starke Fallböen herabsausen und das Boot auf die
Kaimauer drücken.
Beim Landgang
müssen wir feststellen, dass der Ort total tot ist, es ist auch
ziemlich kalt geworden.
Fritz kocht heute
ein deftiges Eintopfgericht, das allen sehr gut schmeckt.
Kurz vor dem
Dunkelwerden besucht uns noch eine autorisierte Person mit dem
Moped und verlangt Liegegebühren. Es gibt keine Marina und
Infrastruktur, daher war der Zahlbetrag gemäßigt, ganz im
Gegensatz zu den Beträgen, die wir in den ACJ-Marinas zahlen
mussten.
42 Seemeilen.
18.10.2009
Sonntag etwas Wolken E 5-6 bft.
Wir versuchen
nochmals im Schifffahrtmuseum Eintritt zu bekommen, es ist aber
nach wie vor verschlossen. Sonst ist auch nichts los.
9.30h legen wir
ab und lassen uns mit gereffter Genua an der Steilküste von
Peljesac bis zu deren Nordende ziehen. Der Wind hat nochmals
zugelegt, wir haben die Genua nochmals gerefft und ein Teil des
Großsegels gesetzt. Wir segeln in rauschender Fahrt an der
kleineren
Insel Scedro
vorbei zum Tagesziel Hvar. Ursprünglich wollten wir eigentlich
nach Makarska segeln, aber da hätten wir bei Ostwind voll gegenan
gemusst, das war uns zu stressig.
Wir konnten auf
dem jetzigen Kurs den raumen Wind gut nutzen und sind in der
Spitze 9,4 knt mit Gerhard am Ruder ( ohne Autopilot !! )
gesegelt, der Vollständigkeit wegen hat er auch gleich die
leeseitige Fußleiste durchs Wasser gezogen.
Es war eine
Freude für alle auch für die Segler, die die Segel so optimal
getrimmt hatten. Noch vor der prognostizierten Ankunftszeit laufen
wir in den großen Hafen von Hvar ein. Es ist 16.30h und wir haben
großes Glück und ergattern einen der wenigen Plätze, die für
Yachten freigehalten werden.
Es steht zwar
Schwell im Hafen durch die offene Lage und den Fährverkehr, aber
sonst liegen wir günstig. Einem abendlichen Spaziergang durch die
imposante Stadt schließt sich an, später finden wir auch noch
eine schöne, alte Wirtschaft und haben dort ein gutes Abendessen.
9
Nach so einem
erlebnisreichen Tag geht es heute früh in die Kojen.
43 Seemeilen.
19.10.2009 Montag
E Bora 5-6 bft.
Gerhard und
Manfred suchen das Büro des Hafenkapitäns um die Bootspapiere
nach Zahlung der Liegegebühr wieder zu erhalten .Schließlich
finden wir die Kapitanerie in einem modernen Pavillon, der
überhaupt nicht zu den sonstigen Baulichkeiten passt.
Der Hafenkapitän
spricht exzellent deutsch und wir unterhalten uns über die
wirtschaftliche Situation und sonstige Nachkriegsfolgen. Seine
Sichtweise ist sehr interessant, auch was die
Touristik
betrifft.
Um 9.10h legen
wir ab und setzen die Genua, die uns mit Kurs 300 an die
Westspitze von Hvar zieht. Zwischenzeitlich wurde die Genua
gerefft und das gereffte Großsegel gesetzt. Wir können selbst
bei starker Welle wunderbar segeln. Eigentlich müssten wir
gegenan, aber das ist bei Bora zu anstrengend, so gehen wir
Halbwindkurs auf die Insel Brac zu.
Wir werden aber
durch Wind und Wellen so nach W versetzt, dass wir die Passage
zwischen Solta und Brac verpassen. Der leichtere aber weitere Weg
führt uns an die Westspitze von Solta, wo wir bei Veli Drevenik
den Kurs nach E einschlagen. Aber auch hier ist der Wind noch sehr
stark und die überkommenden Wellen hatten alle Schaumkämme.
Um an die
Festlandsküste Richtung Split zu kommen, müssten wir voll
gegenan, das wollen wir nicht riskieren, also schleichen wir mit
Maschine an der Innenküste der Insel Solta entlang zur Insel
Brac. Somit haben wir unplanmäßig Solta umrundet.
Wir nehmen die
Passage zwischen Solta und Brac und suchen Schutz direkt unter der
Küste von Brac. Hier pfeift der Ostwind zwar auch noch über die
Berge, aber es konnte sich noch keine gefährliche See aufbauen,
wie auf offener See. Es ist ziemlich kalt. Auf den vorausliegenden
Bergen des Küstengebirges haben sich durch den Wind Wolkenkappen
gebildet und in den höchsten Regionen schneit es.
Fritz bereitet
alles für Spaghetti vor, wir warten aber mit dem Essen, bis wir
den Hafen ohne Hafeneinfahrtbeleuchtung sicher ausgemacht haben.
Um 19.45h liegt
das Boot dann neben einem Cat im Heimathafen. Die Hafeneinfahrt
war noch so ein Kabinettstück weil ein großes Segelboot schräg
so dicht an der Hafeneinfahrt lag, dass man aufpassen musste nicht
vom weitausragenden Bugspriet aufgegabelt zu werden.
Der Törn ist nun
leider beendet, baden war wegen der niedrigen Lufttemperaturen
nicht möglich.
71 Seemeilen.
20.10.2009
Dienstag Abreisetag
Es werden die
restlichen Vorräte sortiert und gefrühstückt was noch
verfügbar ist. Danach packt jeder seine Habseligkeiten und das
Boot wird klariert. Auschecken geht auch schnell, da wir mit dem
Boot respektvoll umgegangen sind waren nur einige Teller zu Bruch
gegangen .Das wohnliche Boot hat uns viel Segelspaß ermöglicht
und war auch gut ausgerüstet. Es fehlte zu unserem Glück
lediglich eine Kaffeekanne und eine Bratpfanne, das haben wir
zugekauft und dem Boot spendiert.
Warum keine
Rettungsinsel möglich sein soll, erschließt sich mir allerdings
nicht.
10
Das Taxi bringt
uns wieder zum Flughafen Split, der Abflug verspätet sich etwas.
Der gesamte Rücktransport hat durch diese Verspätung aber
nicht gelitten,
wir erreichen alle Anschlüsse und treffen gegen 19.30h in
Bruchsal ein..
Hier steht schon
der VW-Bus von Fritz und bringt uns alle sicher an unseren
Wohnort.
Auf dem Boot
hatten wir keine technischen Probleme, es gab aber ein Gefühl der
Sicherheit so kompetente Werker wie Herbert an Bord zu haben .Mit
der Küchenbesatzung und dem Reinigungspersonal hatten wir auch
einen Volltreffer gemacht.
Es hat Spaß
gemacht mit einem Team auf Törn zu sein, wo jeder bei jeder
Situation weiß, worauf es ankommt und was zu tun ist.
Dank an die ganze
Crew Manfred
Karlsdorf,12.11.2009
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