Segeltörn vom 06.10. – 20.10.2009
in Kroatien vor der Dalmatischen Küste

 Auf der Elan 384 Impression „ KANANI „

Krvavica/Markarska – Milna(Insel Brac ) – Marina Kremik/Primosten – Skradin Trogir – Bucht Necujam ( Insel Solta ) – Komiza ( Insel Vis ) – Korcula – Dubrovnik – Slano – Orebic – Hvar – Krvavica/Markarska

Skipper. Manfred Fritsche

Crew: Gerhard Höhl

Fritz Keilbach

Herbert Keller

Gerd Herr

 

Am Dienstag 06.10.09 sammelt Fritz mit seinem VW-Bus die Segler an den Treffpunkten bzw. zuhause ein und wir steuern den Bruchsaler Bahnhof an.

Um 8.38h soll unser RE nach Stuttgart gehen. Wir sind viel zu früh am Bahnhof und haben daher noch Zeit für einen Kaffee und ein Frühstück aus der Hand. Der Zug kommt pünktlich gegen 10.00h sind wir in Stgt. Hbf, steigen am Tiefbahnhof in die S-Bahn und treffen gegen 10.30h am Flughafen ein. Das Einchecken am Counter bei Germanwings geht problemlos.

Bei der Sicherheitskontrolle gibt es Ungereimtheiten mit dem Handgepäck, der Skipper muss einige Utensilien seiner Toilettenartikel rausrücken und ersatzlos beseitigen lassen.

Unser Airbus 319 steht bereit, wir heben um 12.40h in Stgt.-Flughafen ab und landen nach einem ruhigen Flug um 14.10h in Split. Die Landung klappte erst beim zweiten Versuch, der erste Anflug war zu hoch angesetzt, also musste der Pilot der Sicherheit wegen durchstarten. Die eigentliche Landung war dann doch recht unsanft.

Die Einreiseformalitäten sind schnell erledigt, alle Segler holen das jeweilige Gepäck vom Förderband und vor dem Flughafengebäude treffen wir den bestellten Taxifahrer mit seinem Großraumtaxi, der uns zum Liegeplatz unserer Charteryacht,60 km entfernt, nach Krvavica bringen sollte.

Auf der gut ausgebauten Küstenstraße brachte uns das Taxi gegen 16.30h an den Liegeplatz der Yacht. Kurz vor dem Ziel steigt die in den Fels des Dinarischen Küstengebirges gesprengte Straße steil an, kurz danach führt eine serpentinenreiche Nebenstraße zur kleinen

Marina.

An diesem Minihafen wird seit 4 Jahren gewerkelt, es sieht viel nach Improvisation aus. Richtig vertrauenswürdig sind die mit dem Betonboden verankerten Zurrösen, mit denen die an Land liegenden Boote mittels stabiler Gurte gesichert sind. Mit dieser Absicherung versehen, nehmen die Boote keinen Schaden ,wenn die berüchtigten Fallböen der Bora von dem bis 1800 m hohem Biokovo-Massiv herabstürzen und alles was nicht fest angebunden ist, lose reißen und herumwirbeln.

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Unser Boot ( 2 Jahre alt ) haben wir schnell gefunden, vom Übergabepersonal ist nur der Stützpunktleiter von Wimmer-Yachting vor Ort. Während der Skipper und Herbert die Yachtübernahmeformalitäten und das Einchecken abwickeln, sind die übrigen Crewmitglieder mit unserem Taxi nach Makarska in einem Supermarkt zum Verproviantieren gefahren.

In der eigentlichen Marina ist keine Infrastruktur vorhanden. Es gibt neben einer Hotelruine einige Häuser, aber offenbar keine Bewohner. Die Touristensaison ist abgelaufen.

Nach der Rückkehr der Einkaufsabteilung werden Lebensmittel und auch Getränke sorgfältig verstaut. Da es weder eine Konoba noch sonst ein Restaurant gibt, verspeisen wir das

Abendessen an Bord.

Jetzt können wir endlich die Beine ausstrecken, es war ein langer Anreisetag. Alte Stories und Geschichten von früheren gemeinsamen Törns werden rekapituliert und der Wahrheitsgehalt mit Wein bekräftigt.

Fritz und Manfred sind gesundheitlich etwas angeschlagen und ziehen sich jeder in seine Achterkajüte zurück. Bald ist auch die Restcrew schläfrig, es wird eine ruhige Nacht.

 

07.10.2009 Mittwoch sonnig S-SW 2 bft. Später W 3-4 bft

Wir machen uns mit den Sicherheitseinrichtungen und den einzelnen Bedienelementen des Bootes vertraut und verstauen das Beiboot vor dem Mast, damit erreichen wir eine bessere

Übersicht zum Bug des Bootes.

Um 9.30h legen wir ab und fahren durch die sehr enge Hafenzufahrt ins freie Wasser mit Kurs 210.Schnell sind die Segel gesetzt, bei wenig Wind machen wir geringe Fahrt und haben Muße die hinter uns liegende mächtige Bergkette im Morgenlicht zu bewundern. Bei dieser geringen Geschwindigkeit lernt man schnell die Reaktion des Bootes auf Ruderausschläge kennen. Mit Motorunterstützung segeln wir von Windfeld zu Windfeld zwischen den Inseln Hvar und Brac.

Der Wind hat nun leicht auf W gedreht und auch noch zugelegt. Jetzt können wir bequem zwischen beiden Inseln aufkreuzen. Die uns zugewandte Seite der Insel Brac ist bis auf zwei Ortschaften kahl und unwirtlich. Trotz der Schräglage, die wir beim Aufkreuzen schieben, hat Fritz ein Mittagessen gerichtet, was im Cockpit eingenommen wird. Hier zeigt sich bereits, dass das Boot gute Segeleigenschaften hat und bei richtigem Segeltrimm prima Kurs hält.

Gegen 16.00h lässt der Wind nach, so dass wir alle Segel bergen. Nun laufen wir mit Motor zwischen den Inseln Solta und Brac in die ACI-Marina des bezaubernden Fischerstädtchen Milna auf Brac, das am Ende einer langgestreckten Bucht liegt.

Dort bekommen wir um 18.00h einen Platz an der Stadtpier in unmittelbarer Nähe zur Kirche zugewiesen, direkt neben den Polizeibooten.

Ein Erkundungsgang durch das abendliche Städtchen schließt sich an, gleichzeitig suchen wir ein Restaurant zum Abendessen. Zuvor begutachten wir noch die zahlreichen Anlegemanöver von Regattabooten, die an die vorbestimmten Liegeplätze dirigiert werden, wir sitzen dabei auf bequemen Rattanstühlen im Kaffeehaus direkt am Wasser. Viel junges Volk ist an Bord, entsprechend lebhaft geht es zu.

Am Scheitel der Bucht finden wir ein passendes Restaurant mit ausführlicher Speisekarte. Hier bleiben wir und haben es nicht bereut. Auf dem Boot zurück lassen wir den Tag nochmals passieren, es war schön. Um Mitternacht gibt es Ruhe auf den Regattabotten und auch bei uns.

40 Seemeilen

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08.10.2009 Donnerstag sonnig W 2-3 bft.

Vormittags ist jeder mit einzelnen Verrichtungen beschäftigt und geht seiner Wege, es wird auch Proviant nachgekauft, da das Angebot gut ist und die Transportwege zum Boot kurz sind. Vor dem Auslaufen treffen wir uns alle in einem Kaffeehaus an der Hafenkante und genießen einen Cappuccino.

Langsam verlässt das ein und andere Boot den Hafen auch wir legen um 10.45h ab und fahren mit Maschine auf die offene See vor der Insel Solta. Nach dem Segelsetzen gehen wir auf Kurs 280.Die Fahrt ist sehr gemächlich. Gegen 13.00h nehmen wir die Maschine zur Unterstützung hinzu und kommen nun gut voran. Das Boot läuft mit Autopilot und „Niemand" steuert. Wir kreuzen den Kurs einer weiteren Regatta, die auf Vorwindkurs lagen und alle mit Flügelspinnaker (Parasailor) segelten. Es handelte sich um Yachten, die größer waren als unsere Elan 384 und die schnell unterwegs sind.

Unser Tagesziel Primosten haben wir schon lange von See ausgemacht und laufen jetzt drauf zu, ohne die Regatta zu behindern. An der einzigen kurzen Mole des Stadthafens ist alles belegt, wir drehen in die Marina Kremik ab, treffen dort gegen 17.30h ein und bekommen einen schönen Platz am Schwimmsteg zugewiesen.

Nach und nach laufen weitere Regattateilnehmer ein. Wir erfahren dass es die AMS-Regatta ist, an der nur Bavaria-Yachten teilnehmen.

Der Hafen ansich bietet nichts, aber wir liegen sehr ruhig und die Sanitäreinrichtungen sind optimal und gepflegt.

38 Seemeilen

 

09.10.2009 Freitag sonnig NE 2-3 bft.

Heute brechen wir gleich nach dem Frühstück um 9.00h auf und fahren mit Maschine aus dem golfartigen Einschnitt an dessen Ende die Marina liegt nach N am Fischerdorf Primosten, das auf einer Halbinsel liegt vorbei.

In einer Bucht nördlich von Primosten sammeln sich die Regattaboote von AMS bereits wieder zum Start der nächsten Etappe.

Unser Weg führt uns an der Küste zwischen der Insel Zlarin und dem schönen Fischerort

Vodice entlang in den mit Festungsbauten gesicherten Kanal von Sibenik. An der Stadtfront

vorbei in den canonartigen Fluss Krka. Eine wildromantische Landschaft von einzigartiger Schönheit tut sich dem Auge auf.

Nach 11 sm Fahrt auf dem Süßwasserfluss Krka erreichen wir gegen 12.15h die ACI-Marina

Skradin im gleichnamigen Ort an einem Fjordeinschnitt ganz malerisch gelegen. Als wenn wir erwartet worden wären hüpft am Landungssteg ein Fotograf mit einer Digitalkamera herum und fotografiert unser Anlegemanöver, das Herbert souverän ausführt. Wir haben kaum richtig festgemacht, bringt uns der Fotograf eine Auswahl der am PC ausgedruckten Bilder.

Natürlich kann er einige Bilder bei uns absetzen.

Jetzt mussten wir uns aber doch noch beeilen, denn um 13.00h ging das Taxiboot, das uns in den Nationalpark Krka zu den berühmten Wasserfällen bringen sollte. Es hat zeitlich gerade noch so gereicht, wir waren die Gäste, die als Letzte kamen , dann legte der Dampfer ab.

Flußaufwärts kommen wir nach 20 Minuten am Einlass unterhalb der Wasserfälle an. Hier liegt ausgerechnet zunächst eine schöne schattige Gartenwirtschaft. Gerhard schlägt vor erst mal etwas zu essen und zu trinken, und so geschah es auch.

Dann pilgern wir den ausgebauten Weg zu den Wasserfällen, die aus 46 m Höhe über mehrere natürliche Staubecken aus Travertin in die Tiefe rauschen. Es ist genügend Wasser im Fluss, so dass das Wasserschauspiel doch sehr eindrucksvoll wahrgenommen wird.

Neben dem Wasserlauf zieht sich der Fußweg mit diversen Aussichtsstellen bergwärts. Bei den Zwischenaufenthalten konnte man die Wasserschauspiele aus verschiedenen Perspektiven genießen und Luft tanken zum weiteren Anstieg. Ein heiteres Halo gibt es als wir einigen weiblichen Bustouristen aus dem Großraum Fulda begegneten und uns als Pfälzer Seeleute

outeten

Über einen Knüppelweg konnten wir dann die Wasserfälle trockenen Fußes queren und stiegen an der Nordseite der Wasserläufe wieder zu Tal. Hier blühten extrem viele wilde Alpenveilchen im Gebüsch.

Am Ausgangspunkt angekommen, warten wir in der Gartenwirtschaft wieder auf das Taxi böt, das uns nach Sardin bringen sollte.

Dort orientierten wir uns direkt zu der Konnotat von Mate, die der Skipper von mehreren Vorkriegsbesuchen gut kannte. Mate war unter Seglern eine Institution und serienmäßiger Anlaufpunkt für durstige und hungrige Gesellen. Seine Schwiegertochter erzählte uns, dass er 73-jährig vor 10 Jahren gestorben sei. Das Flair in seinem Konnotat war auch jetzt noch teilweise zu spüren. Wir kauften hier gut ein (Flüssiges und Festes) und trafen auch noch die Witwe, die uns aber sprachlich nicht verstand. Der abendliche Rundgang durch den beleuchteten Ort war der Tagesabschluss.

24 Seemeilen.

 

10.10.2009 Samstag halb bedeckt SE 3-4 bft

Das Wetter schlägt um, wir werden heute mehr Wind haben. Erst mussten wir aber noch Proviant nachkaufen und legten dann um 10.30h ab. Noch einmal konnte man die beeindruckende Fjordlandschaft auf sich wirken lassen. Nach der Passage der Kanaleinfahrt vor Sibenik haben wir Segel gesetzt, mussten dann aber bald reffen.

Zunächst war es ein Kreuzkurs, dann konnten wir aber immer besser den Kurs anliegen, obwohl sich eine hackige See aufgebaut hatte .Das im Meer stehende Leuchtfeuer Mulo passierten wir gegen 16.00h.

Ab 16.30h fuhren wir mit Maschine zum Tagesziel Trogir, wo wir gegen 19.30h in der ACJ-Marina ankamen. Wir bekommen einen der wenigen freien Plätze zugewiesen, es war ein langer Tag.

Auf Empfehlung einer Crew, die wir in Skradin trafen, suchten wir in der Altstadt von Trogir das Lokal „ Monika" .Das wurde relativ leicht gefunden und wir wurden von einem Kroaten, der in Stuttgart geboren und aufgewachsen ist, sehr gut bedient.

Auf einem freien Platz in der Altstadt gab es dann noch einen Absacker um 24.00h waren wir an Bord.

Nachts hatte es stark geregnet und ein heftiges ortsnahes Gewitter ging über Trogir nieder. Nicht alle Luken auf unserem Boot waren den himmlischen Wassermassen gewachsen.

58 Seemeilen.

 

11.10.2009 Sonntag halb bedeckt SE 2-3 bft

Obwohl es leicht regnete haben wir heute Vormittag einen Stadtrundgang in der Altstadt von Trogir unternommen. Dann sind wir danach doch wieder bei „ Monika „ eingekehrt, hier war es warm und trocken und ein gutes Menü wurde uns auch noch aufgetischt.

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Zurückgekehrt zum Boot war klar, dass wir heute nur einen kurzen Schlag in die Bucht Necujam auf der Insel Solta machen werden.

Um 13.30h legen wir ab und treiben mit Strömung und etwas Wind nach W. In der Splitter Bucht können wir dann schön segeln und Kurs auf die Badebucht Nekujam nehmen. Dort

kommen wir gegen 16.30h an, legen uns bei 5m Wassertiefe vor Heckanker mit zusätzlicher

Landfesten, an dem Stamm einer Pinie befestigt, vor die Naturküste.

Es bestand laufend Handykontakt mit Raimond Herrmann, der mit seiner SCLF-Crew auf einer Bavaria 46 ab Split unterwegs war. Wir verabredeten und trafen uns in der Bucht und Raimond legte sich mit seinem Boot längsseits bei uns an. Das war ein Halo und besonders schön sich hier in Dalmatien zu treffen.

Nach dem jeweiligem Abendessen, trafen wir uns gemeinsam (11 Personen) in dem Salon der Elan 384 .Es wurden alle Weinvorräte angegangen und heftig fabuliert. Herbert spielte Mundharmonika, bei Stimmungsliedern konnte man aufgrund mitgebrachter Liedertextblätter sogar mehr als die ersten Strophen mitsingen.

Es war ein lustiger Abend, aber sicher auch laut, nur gut, dass wir in der Bucht fast alleine waren.

16 Seemeilen.

 

12.10.2009 Montag halb bedeckt S 5 bft

Um 9.30h lösen wir unseren Ankerverbund ,Raimond fährt zur Inselumrundung von Solta, wir brechen zur Insel Vis auf. Bis zur Durchfahrt zwischen den Inseln Solta und Brac kreuzen wir auf und nehmen dann auf Steuerbug segelnd die Insel Vis ins Visier. Bei gerefften Segeln machen wir 7knt. Fahrt und kommen gut voran. Vis war bis nach dem Bürgerkrieg 1995 militärisches Sperrgebiet, also für uns alle Neuland.

An der Westseite von Vis laufen wir gegen 16.00h in den Fischerhafen Komiza ein. Die Mole ist recht kurz, wir bekommen noch einen Platz und legen röm. katholisch an einem Muringplatz an. Der Wind frischte, wie auch vorausgesagt, immer mehr auf, änderte öfters die Richtung, es begann langsam zu regnen.

In einer recht lauten Cafeteria, die stark von Einheimischen besucht war, hielten wir uns kurz für einen Espresso auf und gingen dann zum Boot um es nach vorne zu verholen und mit weiteren Festmachern und Fendern sturmfest zu sichern.

Es war besonders darauf zu achten, dass die Masten der Nachbarboote nicht mit dem Mast unseres Bootes zusammenschlagen konnten. Auf allen anderen Booten wurden auch Sicherungsmaßnahmen getroffen. Wir hatten alles so hingerichtet, dass wir notfalls auslaufen konnten, wenn die Situation an der Mole unhaltbar werden sollte.

Trotz der nicht optimalen Begleitumstände hat Fritz uns ein leckeres Abendessen zubereitet—

Pfeffersteak mit Rosmarinkartoffeln.

Draußen pfeift und gautscht es, die Takelage gibt die Melodie dazu, ein Vorgeschmack auf den Sturm der nachts einsetzte.

41 Seemeilen.

 

 

 

 

 

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13.10.2009 Dienstag bedeckt Sturm

Heute läuft kein Boot aus, auch die hartgesottenen Fischer bleiben im schützenden Hafen. Die Nacht haben wir mit wenig Schlaf und ständigen Kontrollen der Fendergeräusche und Leinenrucken verbracht.

Mittels unserer waghalsig ausgelegten Gangway, gelingt es einem nach dem anderen robbend

Auf die Mole zu krauchen und einen Stadtrundgang zu machen, Gerd bleibt an Bord und bewacht das Boot.

In der Bucht fliegt die Gischt, weiter draußen beobachten wir extrem steile Wellen. Das bleibt heute so lt. Wetterbericht.

Herbert und Gerhard fahren mit dem Linienbus über den Inselrücken in die Stadt Vis auf der Ostseite der Insel. Wir anderen verbringen die Zeit je nach Belieben. Am Nachmittag kommen unsere zwei Inseltramper mit einem Taxi zurück, da der Bus mangels Fahrgäste nicht fuhr, zumal auch die Fähre vom Festland nicht kam ,auf deren Fahrgäste der Bus sonst gewartet hätte.

Der Taxifahrer nahm absprachegemäß nicht die Diritissima, so dass die zwei Tramper aus der Pfalz noch andere Eindrücke von der Insel erhielten, über die sie uns dann abends berichteten. Heute Abend gibt es Gulasch mit Nudeln, dann gehen wir früh in die Kojen.

 

 

14.10.2009 Mittwoch bewölkt S 2-4 bft.

Einer unserer Nachbarn ist schon sehr früh aufgebrochen, die wollten ins 58 sm entfernte Pecara auf dem ital. Festland segeln. Wir haben uns mit dem Frühstück auch beeilt und haben um 9.00h abgelegt .Bis zur SW-Spitze von Vis fahren wir mit Maschine, dann werden gegen 9.30h gereffte Segel gesetzt .Das Boot macht gute Fahrt, mit Kurs 100 segeln wir die Passage zwischen den Inseln Korcula und Lastovo. Auf beiden Inseln gibt es verschiedene Buchten oder sonstige Liegemöglichkeiten, sofern wir unseren Trip vorzeitig unterbrechen wollten.

Es läuft aber alles wunderbar, so entschließen wir uns direkt auf die Stadt Korcula und die dortige ACJ-Marina anzulaufen. Doch es wird langsam dämmrig, also setzen wir die Maschine ein und laufen mit kräftiger Unterstützung des GPS-Plotters gegen 19.00h um die Ostspitze der Insel Korcula in die Marina.

Der Wind hat auf E gedreht und es ist richtig kalt geworden. Auf unserem Stadtrundgang finden wir in der Altstadt das urige Restaurant wieder, welches der Skipper in der Vorkriegszeit schon aufgesucht hatte. Es gibt ein richtiges dalmatinisches Gericht.

In Korcula fällt auf, dass die abgefackelten Waldflächen alle wieder als Monokultur mit Pinien aufgeforstet wurden, so ist die Insel recht grün.

Nach abermaligen Handykontakt mit Raimond spricht er von unserem Team nur noch als"meilenfressende Rentnercrew".

Der kalte Wind sorgt dafür, dass wir schnell wieder an Bord gehen.

70 Seemeilen.

 

 

 

 

 

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15.10.2009 Donnerstag bewölkt E 5-6 bft.

In der Marina freuen wir uns über total saubere Duschen, aus denen sogar noch warmes Wasser läuft, eine Wohltat. Mit dem Frühstück geht es heute etwas schneller, wir wollen noch einen kleinen Stadtrundgang machen, an Marco Polos Geburtshaus (leider geschlossen) vorbeischauen, dann an der etwas abgelegenen Tankstelle noch Diesel nachtanken.

Um 10.15h legen wir ab. Der kalte Ostwind fällt über die hohen Berge der Halbinsel Peljesac und ist sehr böig. Mit erheblichen Reffs in beiden Segeln, segeln wir hart am Wind Kurs SE an der Steilküste entlang. Doch leider verabschiedet sich der Wind gegen 13.00h und wir fahren nun mit Maschine auf dem gleichen Kurs. Alle anderen Segelboote, die wir in der Ferne sehen, motoren auch. Eine Alternative für die beabsichtigte Tagesetappe wäre die grüne Insel Lopud, aber als wir nah dran waren, entschlossen wir uns doch noch weiter bis in den Stadthafen von Dubrovnik-Gruz zu fahren.

Dort finden wir aber keinen guten Anlegeplatz und es ist auch durch den Straßenverkehr sehr laut, also motoren wir noch die 3 sm das Ombla-Flußtal aufwärts, wo am Ende der Bucht die ACJ-Marina liegt. Gegen 19.00h haben wir unser Boot am Steg A von Ecker-Yachting festgemacht .Die Marina ist nicht belebt, später macht noch ein weiteres Charterboot neben uns fest.

Im einzigen noch geöffneten Restaurant bekommen wir eine warme Speise auf kalten Tellern, und sind auch die einzigen Gäste. Die alte herrschaftliche Gutsanlage, in die die Marina implantiert ist, ist ungepflegt, kein Glanz aus früheren Zeiten ist spürbar.

Der kalte Wind bläst jetzt wieder von den hohen, kahlen Bergen. Am nächsten Tag werden wir die Altstadt von Dubrovnik aufsuchen.

59 Seemeilen.

 

16.10.2009 Freitag Sonnenschein kaum Wind

Hafentag in Dubrovnik, Perle der Adria. Mit dem Linienbus fahren wir von der Marina in den Stadtteil Pile, direkt vor die Tore der Altstadt. Im Hafen und auf Reede liegen einige Kreuzfahrtschiffe und die Gäste sind alle in der Stadt unterwegs. Die Hauptstraße Placa Stradun ist belebt von asiatischen und europäischen Menschen. Zu einem Rundgang über die restaurierte Stadtmauer benötigt man ein Ticket und wir müssen uns erst mal am Kassenhäuschen anstellen.

Richtigerweise läuft der Besichtigungsgang im Einbahnverkehr, sonst wären die Besuchermassen nicht zu ordnen. Es geht rauf und runter, man hat schöne Aussichten auf die historischen Baulichkeiten und die Meeresumgebung.

Nach zwei Stunden ist die Sightseeing-Tour beendet, wir schlendern noch etwas in den vielen Gassen und suchen uns ein Lokal in der zweiten Reihe, parallel zur Placa. Das Angebot ist riesig unsere Wahl fällt auf ein Innenlokal, gemütlich und mit schönen Tischdecken. Die Wahl war nicht schlecht, wir haben gut und preiswert gespeist.

Mit dem Linienbus fuhren wir wieder zur Marina zurück, kauften noch etwas im Supermarkt ein. Um 15.30h legten wir ab und fuhren den Ombla-Fluss hinunter unter der neuen Autobahnbrücke durch und dann auf Kurs 300.Die Fahrtroute ging zwischen Festlandsküste und den Elaphitischen Inseln entlang in den grünen Ferienort Slano, der in einer großen, geschützten Bucht liegt und von den Serben im Bürgerkrieg total zerstört wurde. Um 17.30h legen wir am neu errichteten Kai neben einem 5-Sternehotel an.

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Einen Hafenmeister finden wir nicht. Wir sind die einzige Yacht, neben uns liegt noch ein Fischer und ein Touristenboot.

Die neu errichtete Ortschaft ist sauber und sehr ruhig. Es besteht Busverbindung mit Dubrovnik und am Kiosk gibt es aktuelle deutsche Zeitungen.

18 Seemeilen.

 

17.10.2009 Samstag bewölkt E 4 bft.

Eigentlich wollten wir noch etwas Proviant im Supermarkt beschaffen, aber ein größeres Fischerboot bedeutet uns, dass es gerne auf unserem Liegeplatz festmachen wollte, obwohl dieser Platz ausweislich für Yachten reserviert ist. Was soll es, wir laufen um 8.30h aus der Bucht in den Miljetkanal an der Steilküste der Halbinsel entlang. Die Genua zieht uns bei raumen Wind und Kurs 300.

Fritz bereitet wieder seine köstliche Zwiebelsuppe, es gibt dazu noch Weißbrot. Der Wind kommt nur noch sporadisch über die Berge und lässt allgemein nach. Wir starten die Maschine und laufen den früher bedeutenden Schifferort Orebic vis-a-vis von Korcula an der Steilküste von Peljesac an.

Der kleine Hafen ist nur geeignet für Boote mit max. 12 m Länge und 2 m Tiefgang. Ein österreichischer Motorbootfahrer hilft uns beim Anlegen, wir nehmen 2 Murings, weil vom

960 m hohen Sv.Iljia starke Fallböen herabsausen und das Boot auf die Kaimauer drücken.

Beim Landgang müssen wir feststellen, dass der Ort total tot ist, es ist auch ziemlich kalt geworden.

Fritz kocht heute ein deftiges Eintopfgericht, das allen sehr gut schmeckt.

Kurz vor dem Dunkelwerden besucht uns noch eine autorisierte Person mit dem Moped und verlangt Liegegebühren. Es gibt keine Marina und Infrastruktur, daher war der Zahlbetrag gemäßigt, ganz im Gegensatz zu den Beträgen, die wir in den ACJ-Marinas zahlen mussten.

42 Seemeilen.

 

18.10.2009 Sonntag etwas Wolken E 5-6 bft.

Wir versuchen nochmals im Schifffahrtmuseum Eintritt zu bekommen, es ist aber nach wie vor verschlossen. Sonst ist auch nichts los.

9.30h legen wir ab und lassen uns mit gereffter Genua an der Steilküste von Peljesac bis zu deren Nordende ziehen. Der Wind hat nochmals zugelegt, wir haben die Genua nochmals gerefft und ein Teil des Großsegels gesetzt. Wir segeln in rauschender Fahrt an der kleineren

Insel Scedro vorbei zum Tagesziel Hvar. Ursprünglich wollten wir eigentlich nach Makarska segeln, aber da hätten wir bei Ostwind voll gegenan gemusst, das war uns zu stressig.

Wir konnten auf dem jetzigen Kurs den raumen Wind gut nutzen und sind in der Spitze 9,4 knt mit Gerhard am Ruder ( ohne Autopilot !! ) gesegelt, der Vollständigkeit wegen hat er auch gleich die leeseitige Fußleiste durchs Wasser gezogen.

Es war eine Freude für alle auch für die Segler, die die Segel so optimal getrimmt hatten. Noch vor der prognostizierten Ankunftszeit laufen wir in den großen Hafen von Hvar ein. Es ist 16.30h und wir haben großes Glück und ergattern einen der wenigen Plätze, die für Yachten freigehalten werden.

Es steht zwar Schwell im Hafen durch die offene Lage und den Fährverkehr, aber sonst liegen wir günstig. Einem abendlichen Spaziergang durch die imposante Stadt schließt sich an, später finden wir auch noch eine schöne, alte Wirtschaft und haben dort ein gutes Abendessen.

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Nach so einem erlebnisreichen Tag geht es heute früh in die Kojen.

43 Seemeilen.

 

19.10.2009 Montag E Bora 5-6 bft.

Gerhard und Manfred suchen das Büro des Hafenkapitäns um die Bootspapiere nach Zahlung der Liegegebühr wieder zu erhalten .Schließlich finden wir die Kapitanerie in einem modernen Pavillon, der überhaupt nicht zu den sonstigen Baulichkeiten passt.

Der Hafenkapitän spricht exzellent deutsch und wir unterhalten uns über die wirtschaftliche Situation und sonstige Nachkriegsfolgen. Seine Sichtweise ist sehr interessant, auch was die

Touristik betrifft.

Um 9.10h legen wir ab und setzen die Genua, die uns mit Kurs 300 an die Westspitze von Hvar zieht. Zwischenzeitlich wurde die Genua gerefft und das gereffte Großsegel gesetzt. Wir können selbst bei starker Welle wunderbar segeln. Eigentlich müssten wir gegenan, aber das ist bei Bora zu anstrengend, so gehen wir Halbwindkurs auf die Insel Brac zu.

Wir werden aber durch Wind und Wellen so nach W versetzt, dass wir die Passage zwischen Solta und Brac verpassen. Der leichtere aber weitere Weg führt uns an die Westspitze von Solta, wo wir bei Veli Drevenik den Kurs nach E einschlagen. Aber auch hier ist der Wind noch sehr stark und die überkommenden Wellen hatten alle Schaumkämme.

Um an die Festlandsküste Richtung Split zu kommen, müssten wir voll gegenan, das wollen wir nicht riskieren, also schleichen wir mit Maschine an der Innenküste der Insel Solta entlang zur Insel Brac. Somit haben wir unplanmäßig Solta umrundet.

Wir nehmen die Passage zwischen Solta und Brac und suchen Schutz direkt unter der Küste von Brac. Hier pfeift der Ostwind zwar auch noch über die Berge, aber es konnte sich noch keine gefährliche See aufbauen, wie auf offener See. Es ist ziemlich kalt. Auf den vorausliegenden Bergen des Küstengebirges haben sich durch den Wind Wolkenkappen gebildet und in den höchsten Regionen schneit es.

Fritz bereitet alles für Spaghetti vor, wir warten aber mit dem Essen, bis wir den Hafen ohne Hafeneinfahrtbeleuchtung sicher ausgemacht haben.

Um 19.45h liegt das Boot dann neben einem Cat im Heimathafen. Die Hafeneinfahrt war noch so ein Kabinettstück weil ein großes Segelboot schräg so dicht an der Hafeneinfahrt lag, dass man aufpassen musste nicht vom weitausragenden Bugspriet aufgegabelt zu werden.

Der Törn ist nun leider beendet, baden war wegen der niedrigen Lufttemperaturen nicht möglich.

71 Seemeilen.

 

20.10.2009 Dienstag Abreisetag

Es werden die restlichen Vorräte sortiert und gefrühstückt was noch verfügbar ist. Danach packt jeder seine Habseligkeiten und das Boot wird klariert. Auschecken geht auch schnell, da wir mit dem Boot respektvoll umgegangen sind waren nur einige Teller zu Bruch gegangen .Das wohnliche Boot hat uns viel Segelspaß ermöglicht und war auch gut ausgerüstet. Es fehlte zu unserem Glück lediglich eine Kaffeekanne und eine Bratpfanne, das haben wir zugekauft und dem Boot spendiert.

Warum keine Rettungsinsel möglich sein soll, erschließt sich mir allerdings nicht.

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Das Taxi bringt uns wieder zum Flughafen Split, der Abflug verspätet sich etwas. Der gesamte Rücktransport hat durch diese Verspätung aber

nicht gelitten, wir erreichen alle Anschlüsse und treffen gegen 19.30h in Bruchsal ein..

Hier steht schon der VW-Bus von Fritz und bringt uns alle sicher an unseren Wohnort.

Auf dem Boot hatten wir keine technischen Probleme, es gab aber ein Gefühl der Sicherheit so kompetente Werker wie Herbert an Bord zu haben .Mit der Küchenbesatzung und dem Reinigungspersonal hatten wir auch einen Volltreffer gemacht.

Es hat Spaß gemacht mit einem Team auf Törn zu sein, wo jeder bei jeder Situation weiß, worauf es ankommt und was zu tun ist.

Dank an die ganze Crew Manfred

Karlsdorf,12.11.2009