Presse: Rheinpfalz vom  03.08.05

Mehr Nachfrage nach Ferienspaß als freie Plätze


KREIS GERMERSHEIM: Jugendzentrum und Caritas betreuen rund 300 Sprösslinge auf Kinderfreizeiten in Rülzheim und Lingenfeld
Sommerzeit, Ferienzeit, Kinderzeit. Aber wohin können arbeitende Eltern ihren Nachwuchs bringen, wenn die Schulen geschlossen sind? Das Jugendzentrum Lingenfeld und der Caritasverband Germersheim bieten kreative Kinderfreizeit- und Erholungsprogramme „um die Ecke" an - eine Möglichkeit, die nicht nur berufstätige Eltern zunehmend nachfragen.
Lauter Kinderjubel am Schäferweiher zwischen Lingenfeld und Mechtersheim: „Ahoi, wir stechen in See", ruft Traudel Siegfarth, Jugendpflegerin der Verbandsgemeinde Lingenfeld ihren Schützlingen in orangefarbenen Schwimmwesten zu. In vier Segelbooten, vier Kanadiern und einem Rettungsboot erkunden die Teilnehmer der Kinderferienwochen das stille Gewässer bei strahlendem Sonnenschein. 
„Wir machen die Kinderferienwochen zum ersten Mal am Juzze (Jugendzentrum), weil wir so das Programm heimatnäher gestalten und den Kindern lange Busfahrten ersparen können", erklärt Traudel Siegfarth. Mit „im Boot" sind verschiedene Vereine und Verbände, wie am vergangenen Mittwoch der Segelclub Lingenfeld: Auch die Feuerwehr macht einen Abstecher zum Juzze und erklärt den Kindern anschaulich ihre Arbeit; die Verkehrsschule der Polizei Germersheim bietet ein Inliner-Sicherheitstraining; mit der rheinland-pfälzischen Fußballschule und dem ASV Schwegenheim dürfen die Sechs- bis Zwölfjährigen „trainieren wie die Profis". Außerdem macht die Bundeswehr einen Orientierungslauf und die Rucksackschule des Forstamtes Pfälzer Rheinauen erkundet mit den Kindern spielerisch den Wald. Zwischen den Einheiten darf im und rund ums Juzze natürlich gespielt, gebastelt und getobt werden. Das „berühmte Volleyballspiel" der Betreuer gegen Eltern und Kindern beendet täglich die Kinderfreizeit.
Kinderferienwochen müssten besser koordiniert werden
„Mir hat die Rallye gut gefallen, die Feuerwehr und das Kajak fahren", erzählt Marie Walburg am dritten Tag der Ferien - und lässt somit keine Attraktion aus. „Und das Gute ist, ich bin nächste Woche wieder da", freut sich die Elfjährige auf eine Wiederholung. In der ersten Woche seien rund 60 Kinder angemeldet, in der zweiten fast genauso viel, einige blieben die volle Zeit im Juzze, berichtet Siegfarth. Zehn Betreuer kümmern sich um die Sprösslinge. Der jüngste mit 16 Jahren ist Tobias Best aus Freisbach, der vor kurzem eine Juleika-Schulung, eine Gruppenleiterausbildung, absolviert hat und nun „praktische Erfahrung sammeln möchte".
„Mit den Zuschüssen des Landes, des Kreises und den Teilnehmerbeiträgen kommen wir finanziell so hin", sagt Siegfarth, die schon seit 1994 Jugendpflegerin in der Verbandsgemeinde ist. Das Juzze spreche außerhalb der Ferien eher junge Erwachsene an, „momentan ist es aber für die Jugendlichen tabu". Das Jahr über gebe es den Teenie- und Kindertreff für Jüngere.
Mit der Resonanz auf die ersten Kinderferienwochen ist Siegfarth sehr zufrieden - zumal mit der Germersheimer Kinderstadt „Kätschapaso" und der Caritas-Ortsranderholung mehrere Freizeiten im Landkreis parallel laufen. „Das sollte besser koordiniert und entzerrt werden", wünscht sich Siegfarth für die Zukunft.