Unser Clubgelände befindet sich am Schäfersee in der Gemarkung Lingenfeld, einem durch Kiesausbeute
entstandenen Gewässer nördlich des Lingenfelder Altrheines. Der Verein erhielt das Gelände von 12.000 m²
im Jahr 1977 von der Gemeinde Lingenfeld verpachtet. Zum Zeitpunkt der Verpachtung war es eine Sandwüste von Baggern zerwühlt. Nach einem Begrünungsplan wurde das Gelände mit Unterstützung des Forstamtes Bellheim renaturiert, wobei bestehende Bäume wie Eichen und Akazien ergänzt wurden. Das Clubgelände wurde mit Rechtsverordnung vom 04.04.1997 als Bestandteil des Naturschutzgebietes „Schwarzwald“ unter Naturschutz gestellt.
Das Clubgelände liegt ca. 1,5 km von der nächsten Anschlussmöglichkeit an das Stromnetz entfernt.
Bis zum Bau der Photovoltaikanlage haben wir unseren Strombedarf durch den Einsatz eines Notstromaggregates gedeckt, was durch den Lärm und die Abgase, die dadurch verursacht wurden, nicht besonders umweltfreundlich war.
Ein Anschluss an die öffentliche Stromversorgung hätte ca. 25.000,00 € gekostet, was unser kleiner Verein nicht hätte aufbringen können.
Deshalb wurde von der Mitgliederversammlung beschlossen, eine Photovoltaikanlage anzuschaffen, um
umweltfreundlich aus Sonnenenergie Strom zu erzeugen.
Mit den auf unserem Gerätehaus installierten 6 Solarmodulen erzeugen wir 12 Volt Gleichstrom, der in 4 Batterien 100 Ah gespeichert wird und 5 Leuchten und 1 Kühlschrank (200 l) betreibt; für unsere Toilettenanlage pumpen wir Wasser in einen Hochbehälter.
Auf unserem Clubhaus wurde ebenfalls 1 Solarmodul mit 1 Batterie für die Beleuchtung installiert.
Begrüntes Gerätehaus
mit Solarmodulen
(Photovoltaik) und Trockenmauer
Im Praxisbetrieb zeigte sich, dass die Anlage auch bei trübem Wetter ausreichend Strom
liefert. Die verhältnismäßig niedrige Leistung der Anlage beruht darauf,
dass im Sommer (mit höherer Energieausbeute) hauptsächlich der Strom zum Kühlen der Speisen und Getränke benötigt wird; im Herbst und Winter steht die Beleuchtung im Vordergrund.
Gekocht wird mit
Propangas. Interessant ist, dass unser Club 1,5 km vom Kernkraftwerk Philippsburg (jenseits des Rheines)
liegt. Dort die Stromerzeugung mittels Kernenergietechnik - bei uns durch regenerative Energiequellen mittels einer
Photovoltaikanlage.
Die Stromverteilung mit Solarbatterien,
dem
Laderegler
und den Sicherungen
Fledermäuse sind unter Naturschutz stehende Säugetiere, die stark im Bestand
zurückgegangen sind. Alle 22 bei uns vorkommenden Fledermausarten sind stark gefährdet und müssen unbedingt geschützt werden. Sie nehmen in den Lebensräumen unserer Landschaft eine besonders wichtige Rolle ein. Sie sind nachtaktive Insektenjäger; daraus wird auch ihre Bedeutung für die biologische Schädlingsbekämpfung deutlich.
Nach dem Erwachen aus dem Winterschlaf im März oder April zieht es die Tiere in ihre Sommerquartiere oder sie machen auf ihrem Weg vom zum Winterquartier Rast bei uns.
Durch die Zerstörung von Fledermausquartieren (Abriss oder Modernisierung von
Altbauten, Abschluss von Dachböden, Fällen von Höhlenbäumen), fehlt es an natürlichen Quartieren zur Aufzucht der jungen Fledermäuse. Deshalb haben wir 20 Fledermaushöhlen als Quartierhilfe aufgehängt, die von Fledermäusen inzwischen angenommen wurden.
Infotafeln zu den Fledermausarten
Die Fledermäuse fühlen sich bei uns wohl und haben sich über die Jahre stark vermehrt.
An Arten sind dies: die Rauhhautfledermaus, der Große- und Kleine Abendsegler und die Mückenfledermaus, die kleinste bei uns vorkommende Fledermausart.
Kontrolliert werden die Nisthilfen vom Arbeitskreis
Die wichtigste Ursache liegt in der chemischen Belastung der Umwelt, vor allem in der Anwendung von Herbiziden und Insektiziden. Darüber hinaus besteht ein großer Mangel an geeigneten Nistplätzen. Immer mehr nicht imprägnierte alte Zäune und Scheunen mit ihrem morschen Holz, auch Mauern mit mürbem Gestein sowie Altholzbestände verschwinden.
Schutzmaßnahmen haben daher immer zum Ziel, das Nist- und Nahrungsangebot in der offenen Landschaft, im Wald und im Siedlungsbereich deutlich zu verbessern.
Aufgrund der Artenfülle, ihrer weiten Verbreitung und ihrer Anpassungen haben Wildbienen als Bestäuber zahlreicher Wild- und Nutzpflanzen eine hohe Bedeutung für den Naturhaushalt.
Deshalb haben wir mehrer Insekten-Nistblöcke aufgehängt, die den Wildbienen als Brutplatz dienen.
Wildbiene
und Nisthilfen für Wildbienen
Helmut
Sieber mit dem von ihm gebauten Wildbienen Nistkasten
Durch die intensive Forstwirtschaft fehlt es vielen Vogelarten an geeigneten Nistplätzen. Wir haben 43
unterschiedliche Nisthöhlen für Meisen, Baumläufer, Eulen, Kleiber,
Rotschwänze und
andere Vogelarten aufgehängt. Diese Vogelarten tragen wesentlich zur biologischen Schädlingsbekämpfung bei. Die Nisthöhlen werden regelmäßig gesäubert und kontrolliert.
Über die Brutstätten wird Buch geführt.
An unserem Gerätehaus haben unsere Jugendlichen eine Trockenmauer errichtet, um den Eidechsen einen Lebensraum zu bieten. Eidechsen lieben solche Steine die sich in der Sonne erwärmen.
Auch Erdkröten fühlen sich im unteren Bereich der Trockenmauer, dort wo es etwas kühler ist, wohl.
Rauchschwalben
auf Querträger der Steganlage
(aufgenommen nach Abnahme
der Stegplatte im Zuge von
Reparaturen)
Ohne unsere Hilfe haben sich auf den Traversen unserer Steganlage ca. 15 Brutpaare der Rauchschwalben, die früher in den Kuhställen mit deren vielen Mücken ihre Heimat hatten, angesiedelt. Im Uferbereich finden sie ausreichend Baumaterial für ihre Nester.
Im Rahmen unserer Jugendausbildung (24 Jugendmitglieder) vermitteln wir den Jugendlichen die Wichtigkeit des Umweltschutzes bei der Ausübung des Segelsports.
Bei der Prüfung des Jüngstensegelscheins werden revierbezogene Umweltfragen geprüft. Ziel all dieser Maßnahmen ist, den Jugendlichen die Verantwortung für Sauberhaltung der Gewässer und der Uferschutzzonen zu verdeutlichen.
Unsere Jugendlichen bauen Nisthilfen für Wildbienen und Fledermäuse und haben auch die Trockenmauer für Eidechsen errichtet. Auch das Indianerzelt aus Weidenzweigen, das jetzt begrünt ist, wurde von ihnen gebaut. Es soll unseren Jüngsten ein naturnahes Spielen ermöglichen.
Bauanleitungen
für Nisthilfen von Meisen, Fledermäusen und Wildbienen;
Errichtung eines Indianerzeltes aus Weidenzweigen und den Bau
einer Trockenmauer für Eidechsen. Link
zur Bauanleitung
Bau von Nisthilfen für Wildbienen
Jugendliche beim Bau des später begrünten Indianerzeltes
Die seit 20 Jahren durchgeführten Maßnahmen zum Schutze der Natur und der gefährdeten Tierarten wurden im Oktober dieses Jahres durch das Aufstellen von 2 Infotafeln dokumentiert. Sie beinhalten 4 Lehrtafeln über den Lebensraum Stillgewässer, die Lebensweise von Schmetterlingen und Fledermäusen und einheimische Singvögel in Feld und Flur.
Siehe auch Presseecho...
Infotafel: Lebensraum
Stillgewässer und Schmetterlinge
Infotafel:
Lebensraum Fledermäuse und einheimische Singvögel
(Feld,
Flur u. Gewässer)
Außerdem erhielten wir Informationen von Ornithologen aus den Landkreisen Germersheim und Ludwigshafen über Brutverhalten und Rast- bzw. Überwinterungszeiten von verschiedenen Vogelarten.
In der Mitgliederversammlung am 04.03.94 wurde ein Vorstandsmitglied, als Umwelt- und Naturschutzbeauftragter gewählt, um diesem Bereich künftig einen noch größeren Stellenwert zu geben, d. h. den Einklang von Sport und Natur zu suchen.
Zur Zeit ist Martin Doser Ansprechpartner für alle Umweltfragen der Mitglieder.
Wir wollen den Erhalt der einzigartigen Auenlandschaft in Zusammenarbeit mit Naturschutzverbänden, Kommunen und Vereinen
(Angler, Segler, Kanuten) auf regionaler Ebene erreichen.